CSU-Politikerin kritisiert Sorgerechts-Urteil

München - Die "Institution Ehe" werde durch das neue Sorgerechts-Urteil stark ausgehöhlt, beklagt die CSU-Familienexpertin Dorothee Bär. Unverheiratete Väter sollen mehr Rechte bekommen.

Die CSU-Familienexpertin Dorothee Bär sieht durch das jüngste Sorgerechts-Urteil des Bundesverfassungsgerichts den Wert der Ehe geschwächt. Durch die Rechtsprechung der jüngsten Zeit werde die “Institution Ehe“ immer mehr ausgehöhlt, kritisierte die Bundestags-Abgeordnete in der “tz“. “Meine Sorge ist, dass als einziger Vorteil der Ehe - neben dem immateriellen Wert - am Ende nur noch der steuerliche übrig bleibt.“

Das Bundesverfassungsgericht hat die Rechte unverheirateter Väter gestärkt. Die Karlsruher Richter erklärten die bisherige Regelung des Sorgerechts für verfassungswidrig, wonach unverheiratete Väter nur mit Zustimmung der Mutter ein gemeinsames Sorgerecht für die Kinder erhalten können. (Az.: 1 BvR 420/09).

Im “Hamburger Abendblatt“ (Mittwoch) plädierte die stellvertretende CSU-Generalsekretärin dafür, das alleinige Sorgerecht auch in Zukunft zunächst nur der Mutter zu erteilen. Die Karlsruher Richter hätten entschieden, dass dieses Prozedere verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden sei. “Dem Vater muss allerdings das Recht eingeräumt werden, diese Entscheidung gerichtlich überprüfen zu lassen.“

dpa

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