Pharmaversuche an DDR-Bürgern

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Der Staats- und Parteichef der DDR, Erich Honecker, aufgenommen am 8. Oktober 1989 während der Feierlichkeiten anlässlich des 40-jährigen Bestehens der DDR.

Berlin - Die DDR-Regierung soll jahrelang westlichen Pharmakonzernen Patienten für Medikamententests zur Verfügung gestellt haben. Dafür kassierte Ost-Berlin offenbar kräftig ab.

Das geht aus Recherchen des MDR-Nachrichtenmagazins "exakt" hervor. Akten des ehemaligen DDR-Gesundheitsministeriums belegten, dass an einigen tausend DDR-Bürgern Medikamente westlicher Pharmakonzerne getestet wurden. Die Patienten sollen in vielen Fällen nichts davon gewusst haben.

In den Akten sollen sich Belege für Versuchsreihen zahlreicher internationaler Pharmakonzerne finden. Wie das MDR-Nachrichtenmagazin "exakt" herausgefunden hat, gab es Pharmatests unter anderem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

"Die DDR Bürger waren quasi Versuchskaninchen für den Westen. Auf diese Weise wurden die Westbürger vor ungünstigen Medikamenten geschützt", wird der Arzt und Pharmakritiker Ulrich Moebius auf mdr.de zitiert. "Die Testklinik DDR war schon ein Geschenk für die internationalen Pharmakonzerne. Die bekamen für wenig Geld gute Qualität an Prüfleistung."

"Das Geld ging nicht an die Kliniken, sondern floss in den Gesamthaushalt", wird Reinhard Buthmann von der Birthler-Behörde zitiert.

mm/tz  

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