Immer mehr Mädchen radikalisieren sich

De Maizière: Zahl islamistischer Gefährder auf Rekord-Hoch

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Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) warnt vor fanatisierten Einzeltätern.

Berlin - Vor dem 15. Jahrestag der Terror-Anschläge in den USA hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) vor einer hohen Zahl islamistischer Gefährder in Deutschland gewarnt.

De Maizière sagte der "Bild"-Zeitung: "Gefährder sind Personen, bei denen bestimmte Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie politisch motivierte Straftaten von erheblicher Bedeutung begehen werden. Ihre Zahl ist mit über 520 Personen so hoch wie nie zuvor."

Neben den Gefährdern stufen die Länder laut de Maizière noch rund 360 Personen als sogenannte "relevante Personen" ein. "Relevante Personen sind insbesondere Personen im Umfeld von Gefährdern, die bereit sind bei der Vorbereitung einer politisch motivierten Straftat von erheblicher Bedeutung logistisch zu helfen oder zu unterstützen."

Der Innenminister warnte zudem: "Heute geht die Terror-Gefahr sowohl von Hit-Teams aus dem Ausland als auch von fanatisierten Einzeltätern aus Deutschland aus. Die Hit-Teams werden konspirativ nach Europa geschleust und bereiten dann ihre Taten - wie bei den Anschlägen von Paris und Brüssel geschehen - oft unbemerkt vor."

Noch schwerer als die Hit-Teams sind nach den Worten des Ministers "allerdings fanatisierte Einzeltäter zu entdecken. Sie radikalisieren sich mit islamistischer Propaganda aus dem Netz oder werden von Hass-Predigern" radikalisiert. "Beide Bedrohungen sind heute leider sehr real", sagte de Maizière.

Immer mehr Mädchen radikalisieren sich

In Deutschland radikalisieren sich offensichtlich immer mehr muslimische junge Frauen. Die Beratungsstelle Radikalisierung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) verzeichne einen starken Anstieg der Beratungen, in denen es um die religiöse Radikalisierung von Mädchen gehe, berichtet die „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Waren in der Vergangenheit in etwas mehr als einem Viertel der Beratungsfälle Mädchen betroffen, seien es 2015 bereits knapp die Hälfte aller Fälle gewesen.

Der Trend setze sich in diesem Jahr fort. Seit der Freischaltung ihrer Hotline 2012 gingen bei der Beratungsstelle mehr als 2500 Anrufe ein. Nach Einschätzung von Michael Kiefer vom Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück sind „bereits 13-Jährige unter den Mädchen, die sich radikalisieren“. Die Altersgrenze verschiebe sich immer weiter nach unten.

Anders als bei Jungen, die häufig provozierten und konfrontativ seien, vollziehe sich die Radikalisierung von Mädchen im Stillen, erklärte Kiefer. „Wir sprechen von einer Kinderzimmerradikalisierung“, sagte der Islamwissenschaftler.

dpa

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