Westerwelle: Peinlicher Versprecher vor der UNO

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Außenminister Guido Westerwelle spricht vor der UN-Vollversammlung in New York.

New York - Bei seiner ersten Rede vor den Vereinten Nationen hat Guido Westerwelle für einen deutschen Sitz im Sicherheitsrat geworben - und sich einen peinlichen Versprecher geleistet.

Er war etwas nervös, schließlich war es Guido Westerwelles erste Rede vor der gesamten Weltöffentlichkeit der Vereinten Nationen. Der Außenminister nutzte seine 15-minütige Ansprache vor den Vereinten Nationen am Samstagabend (Ortszeit), um für einen deutschen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu werben. Die Chancen stehen nicht schlecht - trotz eines unangenehmen Versprechers.

In einer Passage zum Friedensprozess im Nahen Osten plädierte er dafür, in der Region eine “Zone von Massenvernichtungswaffen“ einzurichten. Gemeint war eine Zone frei von solchen Waffen. Zwei Sätze später bügelte Westerwelle den Lapsus wieder aus. Da war auch der letzte Delegierte im nur zu einem Viertel besetzten Saal wach.

Michael Mronz: Der Mann an Westerwelles Seite

Michael Mronz: Der Mann an Westerwelles Seite

In Asien waren Außenminister Guido Westerwelle (FDP, links) und sein Partner Michael Mronz  zum ersten Mal bei einer längeren Auslandsreise gemeinsam unterwegs. © dpa
Zuvor gab es nur zwei Kurz-Trips von wenigen Stunden nach Stockholm und Rom, ohne großes Protokoll. © dpa
In Asien jedoch stand Mronz' Name sogar auf der dicken Broschüre, die es bei solchen Gelegenheiten immer gibt: © dpa
“Programm für den Bundesminister des Auswärtigen und Herrn Michael Mronz“. Das gehört sich in diplomatischen Kreisen so. © dpa
Vier von 158 Seiten umfasste das “Sonderprogramm“ für den 43-Jährigen. © dpa
Die Protokollabteilung hatte aber auch einige gemeinsame Termine ins Programm genommen - wie zum Beispiel den Besuch im Meiji-Schrein, einem der wichtigsten Heiligtümer der Shinto-Religion. © dpa
Dort nahm Mronz an Westerwelles Seite an einer reinigenden Neujahrszeremonie teil, ohne dass davon viel Aufheben gemacht wurde. © dpa
Der Priester weiß vermutlich bis heute nicht, was an diesem Begleiter besonders ist. © dpa
Das ist dem Besitzer einer Sportmarketing-Agentur aber auch ganz Recht. Mehr als fünf Jahre ist er mit Westerwelle nun schon zusammen. © dpa
In Deutschland sind die gemeinsamen Auftritte nach der ersten Aufregung über das “Outing“ des FDP-Vorsitzenden im Sommer 2004 längst nichts Besonderes mehr. Und eigentlich sei das im Ausland ja auch nicht viel anders, meint Mronz. © dpa
Michael Mronz: Der Mann an Westerwelles Seite
Wir zeigen ihnen die schönsten Bilder des Ehepaars: © dpa
Michael Mronz: Der Mann an Westerwelles Seite
2004 beim Bundespresseball © dpa
Michael Mronz: Der Mann an Westerwelles Seite
Ein Jahr später bei der gleichen Veranstaltung © AP
Michael Mronz: Der Mann an Westerwelles Seite
Da war die Liebe noch taufrisch: Westerwelle und Mronz 2003. © dpa
Michael Mronz: Der Mann an Westerwelles Seite
Bei einer Operngala in Berlin zu Gunsten der Aids-Stiftung © dpa
Michael Mronz: Der Mann an Westerwelles Seite
Prosit! Nach der Bundestagswahl 2009 © AP
Michael Mronz: Der Mann an Westerwelles Seite
Am gleichen Tag, nur ein paar Stunden früher. © dpa
Michael Mronz: Der Mann an Westerwelles Seite
Das Paar mit US-Schauspielerin Kim Cattrall, Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (r.) und dessen Freund Jörn Kubicki © dpa
Bei der Eröffnung der Bayreuther Festspiele 2009 © dpa
Beim Ball des Sports in der Frankfurter Festhalle © AP
Michael Mronz: Der Mann an Westerwelles Seite
Nach sieben Jahren Beziehung haben Westerwelle und Mronz am 17. 9. 2010 geheiratet. © AP

 Ansonsten lieferte Westerwelles Rede nicht viel Neues: Der FDP-Chef sieht einen deutschen Sitz im UN-Sicherheitsrat in greifbarer Nähe - zumindest für die nächsten beiden Jahre. Zum Abschluss eines fünftägigen Besuchs bei den Vereinten Nationen in New York äußerte sich Westerwelle zuversichtlich, dass Deutschland Mitte Oktober ins wichtigste UN-Gremium gewählt wird. Vor der Vollversammlung warb er vor allem um die Stimmen der vielen kleineren Staaten. “Deutschland ist bereit, globale Verantwortung zu übernehmen“, sagte er.

Noch nie ist Deutschland im Sicherheitsrat gescheitert

Westerwelle machte auch deutlich, dass Berlin im Sicherheitsrat mittelfristig weiterhin auch einen ständigen Sitz haben will. Zum Jahreswechsel werden im wichtigsten UN-Gremium zunächst einmal fünf nicht-ständige Plätze frei, davon zwei für westliche Länder. Deutschlands direkte Gegenkandidaten sind Portugal und Kanada. Einer der drei wird leer ausgehen. Bisher saß Deutschland vier Mal im wichtigsten UN-Gremium, zuletzt 2003/04. Noch nie ist eine Bewerbung gescheitert. Am Rande der Vollversammlung zeigte er sich aber optimistisch, dass es auch dieses Mal klappen wird. “Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben und Kandidaturen nicht vor dem Wahlergebnis. Aber ich bin guter Dinge. Unser Einfluss und unsere Verlässlichkeit in der Welt wird geschätzt.“

Bundesrepublik weltweit drittgrößter Geldgeber

Bei der geheimen Wahl zählt von den 192 Mitgliedsnationen jede Stimme gleich. Mit Blick auf die vielen afrikanischen und asiatischen Staaten verwies Westerwelle darauf, dass die Bundesrepublik weltweit der drittgrößte Geber von Entwicklungshilfe ist. Mit einem Bekenntnis zum Klimaschutz warb er besonders um Stimmen aus den Insel-Staaten. Insgesamt hat der Sicherheitsrat 15 Mitglieder, wobei zehn Plätze regelmäßig wechseln. Nur die fünf Veto-Mächte USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien sind immer dabei. Westerwelle plädierte dafür, die Zusammensetzung des Sicherheitsrats im Rahmen einer UN-Reform generell neu zu regeln. “Auch die Vereinten Nationen selbst müssen mit den Veränderungen in der Welt Schritt halten.“ Bislang zeichnet sich aber kein schneller Erfolg ab.

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