Keine Grundgesetzänderung

„Am Anfang waren die Länder ...“: Söder mit vielsagendem Zitat zum Digitalpakt

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Digitalpakt auf Eis: Die Digitalisierung im Klassenzimmer muss vorerst warten.

Die umstrittene Finanz-Unterstützung aus Berlin für mehr Computer in den Schulen liegt auf Eis. Der Bundesrat stimmte einstimmig gegen den Digitalpakt. Es geht ums Prinzip.

Berlin  - Die Länder haben die vom Bund angestrebte Grundgesetzänderung für Finanzhilfen zur Schul-Digitalisierung vorerst gestoppt. Der Bundesrat beschloss am Freitag einstimmig, den gemeinsamen Vermittlungsausschuss mit dem Bundestag für eine „grundlegende Überarbeitung“ anzurufen.

In der Sitzung der Länderkammer machten mehrere Ministerpräsidenten über Parteigrenzen hinweg grundlegende Vorbehalte gegen die Pläne des Bundes deutlich. Dies sei ein „Frontalangriff auf unsere föderale Ordnung“, sagte der baden-württembergische Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne). „Wir wollen keine Verzwergung der Länder.“ Bei der digitalen Ausstattung der Schulen gelte es, richtig Gas zu geben. Mit der geplanten Grundgesetzänderung hätten Bundesregierung und Bundestag aber einen falschen Weg eingeschlagen. Die Länder wollen den sogenannten Digitalpakt Schule schnell umsetzen, dabei jedoch keine Kompetenzen abgeben und das Finanzierungsgeflecht zwischen Bund und Ländern nicht dauerhaft ändern.

Digitalpakt gestoppt: Länder wollen bei Schulen weiter alleine emntscheiden

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) zeigte sich verärgert, „wie durch die Hintertür das Selbstbestimmungsrecht der Länder beschnitten werden soll“. Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther (CDU) mahnte: „Das Grundgesetz ist viel zu wichtig, als dass man in einem Schnelldurchlauf jetzt wesentliche Änderungen dort trifft.“ Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) warnte vor einer dauerhaften Zerstörung des Föderalismus. „Das ist ein vergiftetes Geschenk der schlimmsten Art.“ Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, mit der Bildung als Urkompetenz der Länder werde „der föderale Nerv getroffen“. Vielsagend meinte er: „Am Anfang waren die Länder, dann kam der Bund“ und machte zudem deutlich: „Von Berlin aus einzelne Schulen im Land zu betreuen, wäre, gelinde gesagt, sehr schwer.“

Der Bundestag hatte die umstrittenen Pläne Ende November beschlossen, nachdem sich die große Koalition mit FDP und Grünen geeinigt hatte. Demnach soll das Grundgesetz geändert werden, so dass der Bund die geplante Digitalisierung der Schulen fördern kann, obwohl nicht er für die Schulen zuständig ist - sondern die Länder. Der Bund will den Ländern dafür in den kommenden fünf Jahren fünf Milliarden Euro überweisen. Gekauft werden sollen unter anderem Laptops, Notebooks und Tablets. Er will aber auch Mitsprache bei Qualität und Personal der Schulen haben. Das wollen viele Länder allerdings nicht.

Digitalpackt gestoppt: Vermittlungsausschuss soll Debatte zügig klären

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte bereits vor der Bundesratssitzung der „Rheinischen Post“ (Freitag), sie hoffe auf eine vernünftige und zügige Einigung im Vermittlungsausschuss. Auch die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, rief zu einem raschen Ende des Streits auf. „Es ist wichtig, dass der Vermittlungsausschuss sich rasch zusammensetzt und ein gemeinsames Ergebnis findet“, sagte sie der dpa. „Der Digitalpakt und wichtige Investitionen in Bildung dürfen nicht politisch verstolpert werden.“

Mehrere Länderchefs betonten, dass die Menschen erwarteten, dass der Digitalpakt möglichst schnell umgesetzt werde. Der aktuelle Streit sei nach außen hin nur schwer zu vermitteln, warnten sie.

dpa

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