Schröder-Köpf will ohne Promi-Bonus in Landtag

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Doris Schröder-Köpf mit ihrem Ehemann, Altkanzler Gerhard Schröder

Hannover - Bei der niedersächsischen Landtagswahl 2013 will  Doris Schröder-Köpf, für die SPD ins Parlament einziehen. Doch im Rennen um die Kandidatur musste die 48-Jährige am Montagabend eine Niederlage einstecken.

Die 60-jährige Sigrid Leuschner, eine erfahrene Abgeordnete, gewann die erste von fünf Vorabstimmungen. Am 21. März soll die endgültige Entscheidung fallen. Auf einen Promibonus kann Schröder-Köpf nach eigener Einschätzung dabei nicht bauen, wie die 48-Jährige im Interview der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Seit wann engagieren Sie sich aktiv in der Politik?

Schröder-Köpf: Viele Menschen kennen mich in der Tat nur in einer anderen Rolle. Aber ich bin schon lange politisch aktiv - sei es in der Anti-Atom-Bewegung oder auch als Politikjournalistin.

Warum haben Sie dann nicht schon bei der Landtagswahl 2008 für die SPD kandidiert?

Schröder-Köpf: Das Bedürfnis, selbst politisch zu gestalten, war damals und auch noch früher schon da. Aber als mein Mann noch Bundeskanzler war, war es einfach nicht möglich, auch weil die familiären Verpflichtungen dagegen standen. Ich wollte mich auch erst um die Familie kümmern. Deshalb habe ich mich entschieden, nicht alles gleichzeitig zu machen, sondern nacheinander. In unserer heutigen Zeit ist es auch ein wichtiges Symbol für andere Frauen, nicht alles gleichzeitig machen zu müssen.

Sie waren die Chefs der SPD

Sie waren die Chefs der SPD

Sollten Sie bei der Wahl am 20. Januar 2013 in den Landtag gewählt werden - wo liegen ihre politischen Ziele?

Schröder-Köpf: Mein Thema ist der demografische Wandel und dessen Folgen. Darüber habe ich auch in der Vergangenheit in ganz Deutschland bereits Vorträge gehalten. Ich finde es sehr interessant, wie sich die Gesellschaft verändern wird. Die Zahlen dafür sind ja heute bereits vorhanden. Deshalb müssen wir jetzt die Probleme anpacken und auch das Finanzielle so organisieren, dass wir in der Zukunft nicht kalt von den Veränderungen erwischt werden. Das fängt bei der Flexibilität der Schulformen an und geht bis zum Rückbau der Kanalsysteme. Wir müssen die Kinderförderung verbessern, brauchen ein familienfreundlicheres System, und müssen die Zukunft der Pflege sichern. Kurzum - es gibt 1001 Fragen, die überall in der Gesellschaft auf Interesse stoßen und gerade auf Landesebene angepackt werden müssen. Denn Berlin ist hier zu weit weg.

Werden Sie bei Ihren politischen Ambitionen von Ihrem Mann unterstützt?

Schröder-Köpf: Ich bekomme keine inhaltliche Unterstützung. Aber er unterstützt mich natürlich an anderer Stelle. Wenn ich wegen meiner politischen Arbeit nicht da sein kann, kümmert er sich um unsere Kinder. Ich habe viele Jahre für ihn gearbeitet. Jetzt ist er dran, wobei er ja den Vorteil hat, dass die Kinder jetzt schon größer und auch selbstständiger sind.

dpa

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