Ruf nach personellem Neuanfang

Druck auf Seehofer: CSU-Vorstand will geordneten Übergang

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Der CSU-Parteivorsitzende Horst Seehofer auf der Vorstandssitzung seiner Partei in München. Foto: Peter Kneffel

Erst die Oberpfalz, dann Oberfranken, jetzt München: Nun fordern schon drei CSU-Bezirksvorstände mehrheitlich einen personellen Neuanfang. Bis zum Parteitag solle Seehofer einen Vorschlag machen.

München (dpa) - Der Druck auf CSU-Chef Horst Seehofer nach dem CSU-Fiasko bei der Bundestagswahl wächst immer weiter: Der Münchner CSU-Bezirksvorstand fordert mit großer Mehrheit einen geordneten personellen Übergang an der Spitze.

Bei einer Bezirksvorstandssitzung am Montagabend wurden zwar keine formellen Beschlüsse gefasst. Es sei aber klare Mehrheitsmeinung gewesen, dass es einen geordneten Wechsel brauche, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen. Die Erwartung sei, dass Seehofer bis zum CSU-Parteitag im November oder Dezember einen Vorschlag präsentiere, wie es weitergehen solle. Der vom CSU-Parteivorstand gebilligte Zeitplan, bis dahin keine Personaldebatte mehr zu führen, sei aber akzeptiert worden, hieß es.

Bereits in der vergangenen Woche waren einzelne Stimmen aus der Münchner CSU publik geworden, die einen personellen Übergang forderten. Erst jetzt tagte aber der CSU-Bezirksvorstand mit mehreren Dutzend Mitgliedern und Vertretern aller Münchner Kreisverbände.

Nach Angaben von Teilnehmern meldeten sich in der Diskussion rund 30 Bezirksvorstandsmitglieder zu Wort. Darunter seien auch alle neun Kreisvorsitzenden oder deren Stellvertreter gewesen. Und bis auf den stellvertretenden CSU-Generalsekretär Markus Blume hätten alle Vertreter der Kreisverbände einen personellen Neuanfang gefordert, ein Teil davon bereits unter Verweis auf Rückmeldungen der Basis. Es sei eine sachliche, gute, fundierte Diskussion gewesen, hieß es.

München ist nach der Oberpfalz und Oberfranken bereits der dritte CSU-Bezirksvorstand (von insgesamt zehn), der sich mehrheitlich gegen Seehofer stellt. Die Debatte läuft, seit die CSU bei der Bundestagswahl auf den schlechtesten Wert seit 1949 abgestürzt war.

Am Montagmorgen hatte sich Seehofer allerdings die erneute Rückendeckung des CSU-Parteivorstands für die anstehenden Jamaika-Gespräche in Berlin geholt. Offiziell wurde die Personaldebatte erneut auf den CSU-Parteitag vertagt, der je nach Lage in Berlin Mitte November oder Mitte Dezember stattfinden soll. Seehofer sagte in der Vorstandssitzung nach Teilnehmerangaben zu, nach den Verhandlungen in Berlin würden die kurz-, mittel- und langfristigen personellen Fragen geklärt. Bislang hat Seehofer aber nicht zu erkennen gegeben, dass er von seiner Ankündigung, erneut als Parteichef und Ministerpräsident zu kandidieren, abrücken könnte.

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