Duty-free-Shops als Sicherheitsproblem im Luftverkehr

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Duty-free-Shops sind als Sicherheitsproblem im Luftverkehr erkannt worden.

Berlin - In der Diskussion über die Sicherheit im Luftverkehr werden nun auch die Duty-free-Shops als Risiko gesehen. Dort könnten gefährliche Gegenstände gekauft werden, so das Argument.

Piloten- und Polizistengewerkschaften wiesen darauf hin, dass man dort teils gefährliche Gegenstände erwerben könne, ohne weitere Kontrollen über sich ergehen lassen zu müssen. Außenminister Guido Westerwelle lehnte am Freitag den Einsatz der ersten Generation von Körperscannern ab und kritisierte die Datensammelwut der US-Behörden. Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, forderte in der “Neuen Osnabrücker Zeitung“ ein Verkaufsverbot für Parfüm, hochprozentigen Alkohol, Feuerzeuge und Rasierklingen im Abflugbereich. “Jenseits der Sicherheitsschleusen bekommen mögliche Attentäter in Duty-free-Shops und Restaurants alles, was sie für den Bombenbau brauchen.“

Zudem müsse es Restaurants untersagt werden, im Abflugbereich Metallbesteck an Fluggäste auszugeben. “Die Sicherheitsinteressen der Bürger müssen Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben“, sagte der Gewerkschafter. Auch die Pilotenvereinigung Cockpit verlangte, das Warenangebot in den Duty-free-Shops zu überprüfen. Denn das Angebot könne ein Sicherheitsrisiko darstellen, sagte Sprecher Jörg Handwerg dem Berliner “Tagesspiegel“. Während Passagieren bei der Kontrolle häufig harmlose Sachen abgenommen würden, könnten sie gleich dahinter oft brisante Dinge erwerben. Er selbst habe in London seine Wasserflasche abgeben müssen und danach im Duty-free-Shop Rasierklingen kaufen können, sagte Handwerg. Damit könne man zwar kein Flugzeug sprengen, aber die Besatzung angreifen. Zwtl: Innenminister verweist auf technischen Fortschritt FDP-Chef Westerwelle sprach sich im Nachrichtenmagazin “Focus“ gegen die Einführung von Nacktscannern der ersten Generation aus.

“Sicherheit muss sich an der Würde des Menschen orientieren. Menschen nackt zu machen, ist ein empfindlicher Eingriff in die Persönlichkeit“, mahnte der Außenminister. “Wenn es jetzt bei Körperscannern technische Neuerungen gibt, die den Schutz der Intimsphäre gewährleisten, werden wir uns das genau ansehen.“ Westerwelle kritisierte die Haltung der US-Behörden, so viele Daten wie möglich zu sammeln. Bundesinnenminister Thomas de Maizière verwies in der “Bild“-Zeitung erneut auf die technischen Fortschritte bei den Kontrollgeräten. “Es gibt Scanner, die Fremdkörper sichtbar machen, ohne die Körperkonturen zu zeigen. Man sieht nur eine Art Strichmännchen.“ Diese Scanner könnten die Sicherheitskontrollen von Personen schneller und besser machen, sagte der Minister. “Ein Abtasten wäre nur noch im Ausnahmefall nötig. Deswegen könnte der Einsatz eines neuen, ausgereiften

Body-Scanners von den Fluggästen als geringere Belastung empfunden werden.“ Zu möglichen Gesundheitsbelastungen sagte der CDU-Politiker: “Studien zu Terahertz-Wellen sagen uns, dass sie für den Menschen unbedenklich sind, weil unser Körper selbst Terahertz-Wellen erzeugt und abstrahlt. Trotzdem werden wir 2010 sehr genau prüfen, ob Body-Scanner der Gesundheit schaden können. Geräte mit Röntgenstrahlen setzen wir nicht ein.“ Die Ethikerin Regina Ammicht sieht trotz des technischen Fortschritts Probleme mit den Körperscannern besonders für Menschen mit versteckten Behinderungen. “Jeder Kranke wird hier potenziell zum Terroristen“, sagte die Tübinger Professorin der “Frankfurter Rundschau“. Denn “Windeln bei Menschen mit Inkontinenzproblemen, künstliche Darmausgänge, Urinbeutel, Insulinporte - all das registrieren die Scanner als auffällig oder verdächtig“.

AP

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