NSA-Enthüller

Snowden pocht auf Schutz der Privatsphäre im Netz

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Edward Snowden.

Berlin- NSA-Enthüller Edward Snowden appelliert, den Schutz der Privatsphäre in einer zunehmend digitalisierten Welt nicht zu vernachlässigen.

„Wenn man sagt, die Privatsphäre ist mir egal, ich habe nichts zu verbergen - dann ist das wie wenn man sagt, die Redefreiheit ist mir egal, ich habe nichts zu sagen“, erklärte der 32-Jährige am Montag auf der Internet-Konferenz re:publica in Berlin.

Snowden, der in Exil in Russland lebt, wurde live zugeschaltet. Der Ex-Geheimdienstler warnte vor einem Missbrauch der Daten durch Unternehmen und Regierungen, zudem konzentriere sich die Macht auf immer weniger Konzerne.

Nach Ansicht von Snowden befindet sich die Gesellschaft an einem wichtigen Punkt: „Wir stehen an der Weggabelung.“ Noch gebe es die Möglichkeit, die Richtung zu bestimmen. „Man kann der Informationstechnik nicht entkommen, aber wir können sie kontrollieren und einschränken, dafür ist noch genug Zeit.“

Snowden, der für den US-Abhördienst NSA gearbeitet hatte, machte 2013 geheime Dokumente öffentlich, die eine ausufernde Enthüllung enthüllten. Er habe in über 21 Ländern um Asyl gebeten, darunter auch in Deutschland, betonte er erneut. Der Whistleblower fordert, dass ihm in den USA ein fairer Prozess gemacht wird, was seiner Ansicht nach bei aktueller Rechtslage bei einem Verfahren hinter verschlossenen Türen nicht möglich wäre.

Das ist die NSA

Das ist die NSA

In den USA gibt es 16 zum Teil miteinander konkurrierende Spionagebehörden. © dpa
Unter ihnen gilt der militärische Nachrichtendienst National Security Agency (NSA) als mächtigste, geheimste und wohl auch teuerste Organisation. © dpa
1952 als Abhör- und Entschlüsselungsstelle für die Streitkräfte gegründet, gelten heute die nachrichtendienstliche Erfassung elektronischer Daten und die Arbeit mit Verschlüsselungstechnik (Kryptologie) als Hauptaufgaben. Bild: NSA-Hauptquartier in Fort Meade. © dpa
Die NSA entwickelte sich zum „Großen Bruder“, der mit modernster Technik möglichst alles sieht und hört. © dpa
Internationale Kommunikationsnetze werden mit Abhörstationen in aller Welt, Nachrichtensatelliten und modernsten Großrechnern auf Schlüsselwörter überprüft. © dpa
In der von dem früheren NSA-Mitarbeiter Edward Snowden als Informant angestoßenen Spähaffäre werden seit Monaten immer neue Details darüber bekannt, wie die NSA weltweit vor allem Internet- und Handynutzer ausforscht. © dpa
Unter dem Kommando von NSA-Direktor General Keith Alexander  arbeiten für die Agentur nach Schätzungen rund 33 000 Mitarbeiter. © dpa
Das jährliche NSA-Budget beläuft sich einem Bericht der „Washington Post“ zufolge auf 10,8 Milliarden US-Dollar (7,8 Milliarden Euro). © dpa

dpa

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