Johnson gewinnt mit Limerick

Satire-Wettbewerb: Londons Ex-Bürgermeister nennt Erdogan "W..."

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Boris Johnson ist für seine skurrilen Aktionen bekannt.

London - Nach Jan Böhmermann hat auch der ehemalige Bürgermeister Londons ein satirisches Gedicht über den türkischen Präsidenten verfasst. Auch er kam dabei nicht ohne Ziegen und ein unanständiges Wort aus.

Ein Wettbewerb in Großbritannien um das beste satirische Gedicht über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat einen überraschenden Gewinner hervorgebracht. Die Auszeichnung holte sich am Donnerstag der frühere Londoner Bürgermeister und jetzige glühende Brexit-Befürworter Boris Johnson.

Johnson legte sich mit einem reimenden Fünfzeiler, einem sogenannten Limerick, ins Zeug. So sprach er unter anderem von einem "jungen Typen aus Ankara", der ein "grandioser Wichser" ("wanker") gewesen sei bis er sich mit einer Ziege "die Hörner abstieß".

Hier das Gedicht im Wortlaut:

"There was a young fellow from Ankara

Who was a terrific wankerer.

'Till he sowed his wild oats

With the help of a goat

But he didn't even stop to thankera."

Dem Schweizer Magazin "Weltwoche" sagte Johnson in Anspielung auf Jan Böhmermanns berühmt-berüchtigtes Schmähgedicht, wenn jemand einen Witz über die Liebe zwischen dem türkischen Präsidenten und einer Ziege machen wolle, solle er dies in jedem europäischen Land tun dürfen, "auch in der Türkei".

Die konservative britische Zeitschrift "The Spectator" hatte den Aufruf aus Solidarität mit dem ZDF-Moderator und Satiriker Jan Böhmermann gestartet. Der Sieger bekommt nun tausend Pfund (1300 Euro).

Johnson outet sich als Böhmermann-Fan

Böhmermann hatte in seiner Sendung ein als "Schmähkritik" angekündigtes Gedicht über Erdogan vorgetragen und es in den Kontext einer Diskussion über die Grenzen von Satire und Meinungsfreiheit gestellt. Erdogan geht seitdem juristisch gegen Böhmermann vorDas Hamburger Landgericht hat Teile des Textes verboten.

Johnson bezeichnete die Ermittlungen gegen Böhmermann als "Skandal". Die Zeitschrift "The Spectator" bezeichnete es nun als "wunderbar", dass ein britischer politischer Anführer gezeigt habe, dass Großbritannien nicht vor dem "vermeintlichen Kalifen in Ankara" einknicken werde.

Ob die Entscheidung für den Gewinner unvoreingenommen gefällt wurde, darf allerdings angezweifelt werden - Johnson war früher Chefredakteur beim "Spectator". Mittlerweile steht er an der Spitze der Befürworter eines EU-Austritts Großbritannien, über den die Bürger am 23. Juni in einem Referendum abstimmen.

afp

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