Konservative Park

Erste Präsidentin Südkoreas gewählt

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Park Geun Hye

Seoul - Südkorea wird erstmals von einer Frau regiert. Die konservative Park Geun Hye setzte sich bei der Präsidentschaftswahl am Mittwoch knapp gegen den liberalen Kandidaten Moon Jae In durch.

Der frühere Menschenrechtsanwalt räumte am späten Mittwochabend (Ortszeit) seine Niederlage ein. Sie werde die „Präsidentin der Versprechen“ werden, sagte Park. Die Tochter des ehemaligen Diktators Park Chung Hee wird im kommenden Februar auf Präsident Lee Myung Bak im Präsidentenamt folgen.

Der Entscheidung am Abend war ein harter Wahlkampf vorangegangen. In Umfragen lagen die beiden Kandidaten lange Zeit nahezu gleichauf. Einmal hatte Park, ein anderes Mal Moon einen leichten Vorsprung.

40 Millionen Wähler waren aufgerufen, über die Nachfolge von Präsident Lee zu entscheiden, der nach einer fünfjährigen Amtszeit nicht mehr antreten durfte. Die Wahlbeteiligung wurde auf beinahe 76 Prozent geschätzt, so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. Experten hatten zuvor damit gerechnet, dass die rege Beteiligung vorteilhaft für Moon sein könnte, der besonders bei jungen Wählern beliebt ist.

Park hat ihre Anhängerschaft eher unter den Älteren, die sich positiv an die Amtszeit ihres Vaters Park Chung Hee erinnern. Dieser hatte 18 Jahre lang diktatorisch geherrscht, bis er 1979 bei einem Trinkgelage von seinem Geheimdienstchef getötet wurde.

Sowohl die Kandidatin der konservativen Regierungspartei als auch der Bewerber der Opposition haben ähnliche Vorstellungen vom Umgang mit dem kommunistischen Nordkorea. Viele Wähler sind unzufrieden mit der unnachgiebigen Haltung von Präsident Lee gegenüber dem Regime in Pjöngjang.

Park hatte zuvor erklärt, sie sei offen für einen Dialog mit Nordkorea, allerdings müsse das Nachbarland endlich Fortschritte bei der nuklearen Abrüstung vorweisen.

dapd

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