Vortrag statt Sitzung: Ex-Minister kassiert kräftig ab

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Peer Steinbrück

Berlin - Der Ex-Finanzminister und jetzige SPD-Abgeordnete Peer Steinbrück hat seit der Bundestagswahl vor einem Jahr mehrere Hunderttausend Euro an Nebeneinkünften eingenommen.

Zudem habe Steinbrück bei einigen Bundestagssitzungen gefehlt, während er am selben Tag Privat-Vorträge gehalten habe, berichtete das Internetportal abgeordnetenwatch.de am Dienstag. Danach hat Steinbrück gegenüber der Bundestagsverwaltung seit September 2009 insgesamt 28 Vorträge angegeben, für die er pro Auftritt mindestens 7000 Euro erhielt. Eine weitere Rede wurde mit mindestens 3500 Euro vergütet.

Zu diesen Mindesteinkünften von fast 200 000 Euro aus Vortragshonoraren kommen Einnahmen für ein im Herbst erscheinendes Buch. Das Garantiehonorar für prominente Autoren vom Range Steinbrücks werde in Branchenkreisen auf etwa eine Viertelmillion Euro veranschlagt. Darüber hinaus ist Steinbrück Aufsichtsratsmitglied bei der ThyssenKrupp AG. Im Jahr 2008/2009 wurde eine solche Tätigkeit mit 130 000 bis 230 000 Euro vergütet. Laut abgeordnetenwatch.de hat Steinbrück in diesem Jahr in mindestens zwei Fällen Gastvorträge gehalten, bei Bundestagssitzungen am selben Tag jedoch gefehlt. Außerdem habe er seit der Bundestagswahl 2009 an zwölf von 19 wichtigen Parlamentsabstimmungen nicht teilgenommen.

dpa

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