Wegen Hassrede und Anstiftung zur Gewalt

„Schädliches Netzwerk“: Facebook löscht „Querdenken“-Kanäle auf seinen Plattformen

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Facebook löscht „Querdenken“-Kanäle auf seinen Plattformen

Facebook will weltweit „schädliche Netzwerke“ von seiner Plattform verbannen - und hat deshalb nun knapp 150 „Querdenken“-Kanäle gelöscht.

Berlin - Ein deutlicher Schritt: Facebook hat knapp 150 Konten und Gruppen auf seinen Plattformen gelöscht, die der Internetkonzern der umstrittenen „Querdenken“-Bewegung zuordnet.

Es sei weltweit die erste gezielte Aktion, die sich gegen eine Gruppierung richte, die einen „koordinierten sozialen Schaden“ (Coordinated Social Harm) hervorrufe, teilte Facebook am Donnerstag laut dpa-Informationen mit. Betroffen seien auch die Accounts von „Querdenker“-Gründer Michael Ballweg.

Facebook löscht „Querdenken“-Kanäle - WhatsApp ist nicht betroffen

Die Aktion richtet sich gegen „Querdenker“ auf Facebook selbst und Instagram. Nicht betroffen ist der Chatdienst WhatsApp, der ebenfalls zum Facebook-Konzern gehört. Facebook-Manager Gleicher warf den Querdenkern vor, in koordinierter Weise wiederholt gegen die Gemeinschaftsstandards von Facebook verstoßen haben. „Hierzu zählen die Veröffentlichung von gesundheitsbezogenen Falschinformationen, Hassrede und Anstiftung zur Gewalt.“

Facebook hat zudem eine Liste von Webseiten der Querdenker identifiziert, die auf Facebook nicht länger verlinkt werden können: „Wir haben Verlinkungen auf Domains der Querdenken-Bewegung von unserer Plattform entfernt.“

„Querdenken“-Konten auf Facebook gelöscht - Personen nutzten zum Teil doppelte Konten

Das „schädliche Netzwerk“ sei von Personen betrieben worden, die mit Gewalt außerhalb der Plattform und anderen „sozialen Schäden“ in Verbindung gebracht würden. An diesen koordinierten Kampagnen seien in der Regel authentische Nutzer beteiligt.

Die Personen in dem Netzwerk nutzten aber auch doppelte Konten, um verletzende Inhalte zu posten und zu verbreiten. „Querdenken“ konzentriere sich in erster Linie darauf, die Verschwörungserzählung zu fördern, dass die Covid-19*-Beschränkungen der deutschen Regierung Teil eines größeren Plans sind, um die Bürger ihrer Freiheiten und Grundrechte zu berauben.

Die „Querdenken“-Bewegung wird inzwischen von verschiedenen Landesverfassungsschutzämtern beobachtet. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat die Szene als „Sammelbeobachtungsobjekt“ im Visier, ähnlich wie beim Salafismus. Bei der Überwachung können auch geheimdienstliche Mittel eingesetzt werden, sowie Bankkonten und Finanzströme zwischen den Akteuren durchleuchtet werden. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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