JU: Ferienjobs nicht auf Hartz IV anrechnen

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Der JU-Vorsitzende Philipp Mißfelder will mehr Leistungsgerechtigkeit.

Berlin - Kinder von Hartz-IV-Empfängern sollen nach dem Willen der Jungen Union mit Ferienjobs Geld verdienen dürfen, ohne dass es ihren Eltern wieder abgezogen wird.

Wenn sich ein Jugendlicher etwas dazuverdiene, müsse er das Geld auch behalten dürfen. Das gehöre zur Leistungsgerechtigkeit dazu, sagte der JU-Vorsitzende Philipp Mißfelder der Nachrichtenagentur DAPD. Mißfelder ist Bundestagsabgeordneter und CDU-Präsidiumsmitglied.

Union und FDP wollen sich diese Woche erneut treffen, um über die Neuordnung von Sozialleistungen zu reden. Auch die FDP dringt darauf, die Hinzuverdienstgrenzen für Bedarfsgemeinschaften noch vor den Sommerferien so zu ändern, dass Ferienjobs anrechungsfrei bleiben. Es dürfe nicht sein, dass schon Kinder und Jugendliche erleben müssten, dass sich ihre Anstrengungen nicht lohnten, erklärte kürzlich Generalsekretär Christian Lindner. Die FDP stelle sich ein Jahresbudget für Schüler um die 2.000 Euro vor.

Schon vor der Bundestagswahl hatte Unionsfraktionschef Volker Kauder versprochen, diese “Gerechtigkeitslücke“ zu schließen. Der CDU-Politiker reagierte damals auf den Fall einer Schülerin, die für eine Bassgitarre in den Ferien 600 Euro verdiente. Ihre Mutter, die 520 Euro Hartz IV als Aufstockung erhält, musste die Rückzahlung über Monate abstottern. Kinder von Hartz-IV-Empfängern dürfen derzeit 100 Euro im Monat dazu verdienen. Von jedem zusätzlichen Euro werden den Eltern 80 Cent wieder abgezogen.

apn

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