Geld-Übergabe an Neonazis gescheitert

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Bezahlte der Verfassungsschutz falsche Pässe für das Neonazi-Trio?

Erfurt - Der Thüringer Verfassungsschutz hat unter Berufung auf einen Ex-Mitarbeiter eingeräumt, dass Geld an das Zwickauer Neonazi-Trio gezahlt werden sollte. Die Übergabe sei jedoch gescheitert.

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Und zwar, weil ein Mittelsmann das Geld für sich selbst verwandt habe, teilte das Landesamt am Sonntag in Erfurt mit. Diese Informationen habe man von einem ehemaligen Mitarbeiter erhalten. Demnach habe das Amt im Jahr 1998 oder 1999 einem V-Mann 2000 Mark gegeben. Dieser habe das Geld einem Dritten übermittelt, der es an das Trio weitergeben sollte. Auf diesem Wege wollte der Verfassungsschutz die Tarnidentitäten der Neonazis bekommen. Wann auffiel, dass das Geld seine Adressaten nicht erreichte, blieb zunächst unklar.

Die rechte Terrorzelle - Chronologie der Ereignisse in Bildern

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Das Landesamt bestätigte in Teilen einen Bericht der “Bild am Sonntag“. Dem zufolge beschaffte sich das Trio aus Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt nach dem Untertauchen tatsächlich neue Pässe - allerdings im Nachbarland Sachsen. Weil der Thüringer Verfassungsschutz die dortigen Meldeämter über seine Pläne nicht informierte, habe die Terrorgruppe unerkannt untertauchen können.

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dpa

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