Plagiatsverdacht gegen Ministerin

Giffey unter Plagiatsverdacht: AKK erinnert SPD an „Maßstäbe“ im Fall Guttenberg

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Franziska Giffeys Doktorarbeit wird derzeit überprüft. 

Plagiatsvorwürfe gegen Familienministerin Franziska Giffey: CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer macht schon jetzt Druck für den Fall, dass sich die Anschuldigungen erhärten.

Update vom 12. Mai:

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer legt der SPD eine Ablösung von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey nahe, falls sich der Plagiatsverdacht gegen die Sozialdemokratin bestätigen sollte. „Zunächst sollte der Ausgang des laufenden Verfahrens abgewartet werden“, sagte Kramp-Karrenbauer der

Welt am Sonntag

. „Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, gehe ich davon aus, dass die SPD an ihre eigene Ministerin die gleichen Maßstäbe anlegt, die sie an die Unionsminister angelegt hat. Wenn sie das tut, ist die Antwort eindeutig“, sagte Kramp-Karrenbauer auf die Frage, ob Giffey Familienministerin bleiben könne.

Kramp-Karrenbauer war in dem Interview zudem auf die Fälle des früheren Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und der ehemaligen Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) angesprochen worden. Beide waren zurückgetreten, nachdem ihnen ihre Doktortitel wegen Plagiatsvorwürfen aberkannt worden waren. In beiden Fällen hatte die SPD den Rücktritt gefordert.

Die Freie Universität Berlin (FU) prüft Giffeys Doktorarbeit seit Februar wegen Plagiatsverdachts. Die SPD-Politikerin hatte die Hochschule selbst darum gebeten, nachdem die Plagiatsjäger der Internetseite VroniPlag mehrere Stellen beanstandet hatten. Zugleich betonte Giffey, sie habe die Arbeit „nach bestem Wissen und Gewissen verfasst“.

„Naiv, fehlerhaft, verantwortungslos“: Professor rät Giffey wegen Plagiatsverdacht zum Rücktritt

Update vom 2. April: Der emeritierte Professor und Sozialwissenschaftler Peter Grottian, der an der FU Berlin tätig war - der Uni, an der Franziska Giffey promovierte - rät der Familienministerin in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung, sich den Doktortitel selbst abzuerkennen und zurückzutreten. Die von „Vroniplag Wiki“ aufgedeckten Mängel seien schwerwiegend - sie würden mutmaßlich sowieso zu der Aberkennung des Doktortitels führen. Der Plagiats-Fall sei „gravierender als der von Schavan und weniger gravierend als bei Guttenberg“, urteilt Grottian. 

Giffey habe „vom wissenschaftlichen Arbeiten nur einen blassen Schimmer“

Die Mängel würden vor allem belegen, dass „Giffey vom Handwerk wissenschaftlichen Arbeitens nur einen blassen Schimmer hat“, schreibt Grottian in der SZ. Und: „Giffey demonstriert ein oft naives, fehlerhaftes und verantwortungsloses Verhältnis zu ihrem Fach.“ Ein Problem sei vor allem auch, dass Giffey sich in der Arbeit mit sich selbst beschäftigen würde, was fehlende wissenschaftliche Distanz zur Folge haben könne: In der Arbeit beschäftigte sich die Familienministerin, damals Europabeauftragte, mit der Beteiligung der Zivilgesellschaft an der EU-Politik am Beispiel Berlin-Neukölln. 

Auch die Betreuerin sei zu kritisieren: Sie habe das merken und die Arbeit in andere Bahnen lenken müssen. Die Arbeit wäre dann anders oder gar nicht geschrieben worden, damit „Wissenschaft und Eigennutz nicht kollidieren“, meint Grottian.

Video: Universität prüft Dissertation von Ministerin Giffey

Plagiats-Verdacht gegen Franziska Giffey - Das sagt die Familienministerin 

Update vom 9. Februar: Jetzt hat sich Familienministrein Franziska Giffey selbst zu den Plagiatsvorwürfen zu Wort gemeldet. „Ich habe diese Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Alles Weitere muss nun die Freie Universität Berlin bewerten. Deshalb habe ich sie um Prüfung meiner Arbeit gebeten“, schreibt sie auf Fcebook.

Ernstzunehmender Fall? - Plagiats-Verdacht gegen Ministerin aus Merkels Kabinett

Die News vom 8. Februar: Berlin - Wegen eines Plagiatsverdachts prüft die Freie Universität Berlin (FU) die Doktorarbeit von Familienministerin Franziska Giffey. Die SPD-Politikerin hat die Hochschule selbst um diese Prüfung gebeten, wie das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtete. Die Universität erklärte, sie werde dieser Bitte nachkommen und „in Kürze ein entsprechendes Verfahren einleiten“. 

Dem Bericht zufolge untersuchen die Plagiatsjäger der Webseite VroniPlag Giffeys Arbeit. Gefunden hätten sie zahlreiche wörtliche oder sinngemäße Textübernahmen, die nicht gekennzeichnet seien. „Nach meinem bisherigen Eindruck ist das ein ernstzunehmender Fall“, sagte der Jurist und VroniPlag-Akteur Gerhard Dannemann dem Magazin.

Giffey promovierte von 2005 bis 2009 im Bereich Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Ihre Dissertation verfasste sie zum Thema „Europas Weg zum Bürger - Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft“.

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dpa

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