Human Rights Watch schlägt Alarm

Viele Frauen bei Protesten mißhandelt

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Human Rights Watch schlägt Alarm: Viele Frauen sollen bei den Protestaktionen in Ägypten Opfer sexueller Gewalt geworden sein.

New York/Berlin - Öffentliche sexuelle Gewalt gegen Frauen hat in Ägypten nach Angaben von Human Rights Watch (HRW) ein erschreckendes Ausmaß angenommen.

Allein seit Beginn der jüngsten Proteste am 30. Juni seien mindestens 91 Frauen bei Demonstrationen in Kairo Opfer teils schwerster sexueller Angriffe geworden. Das berichtete die Menschenrechtsorganisation unter Berufung auf verschiedene Frauenhilfsgruppen. Seit dem Sturz von PräsidentHusni Mubarak im Januar 2011 habe es bei Protesten wiederholt Übergriffe auf Ägypterinnen wie Ausländerinnen gegeben.

„Es handelt sich um schwere Verbrechen, die Frauen davon abhalten, in einem so kritischen Punkt in der Entwicklung des Landes voll am öffentlichen Leben zu partizipieren“, erklärte die HRW-Vizedirektorin im Nahen Osten, Joe Stork, am Mittwoch. Bewaffnete Männergruppen isolierten Frauen von ihren Begleitern, um sie zu auszuziehen und zu misshandeln. Ein Opfer musste wegen schwerster Genitalverletzungen operiert werden, berichtete eine Frauenrechtsgruppe.

Human Rights Watch forderte die Führung des Landes auf, die Strafverfolgung konsequent umzusetzen. Seit November 2011 sei die Polizei während größerer Demonstrationen nicht mehr auf dem Tahrir-Platz. Damit seien die Demonstrantinnen schutzlos. Angreifer wiederum müssten nicht fürchten, festgenommen und identifiziert zu werden.

dpa

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