Skandal in Tokio

Frauen drohen vor Wahl mit "Sex-Boykott"

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Ließ sich über Frauen aus und beschwor eine Protestwelle herauf: Der Kandidat  Yoichi Masuzoe.

Tokio  - Ein Kandidat für die Gouverneurswahl   in Tokio hat sich mit einer Aussage über Frauen kräftig im Ton vergriffen - jetzt wehren sich tausende Frauen: Sie drohen mit einem Sex-Streik!

Aus Protest gegen frauenfeindliche Äußerungen haben Japanerinnen eine Protestaktion gegen einen der Kandidaten bei der Gouverneurswahl in Tokio gestartet.

Im Kurzbotschaftendienst Twitter drohen Frauen jedem Mann, der dem früheren Gesundheitsminister  Yoichi Masuzoe seine Stimme gibt, mit einem "Sex-Boykott". Die in der vergangenen Woche gestartete Kampagne wird inzwischen von 3000 Nutzern unterstützt.

Petition gegen den Kandidaten

Eine am Mittwoch ins Netz gestellte Petition gegen den 65-Jährigen wurde von 2800 Menschen unterzeichnet. "Masuzoe ist ein Feind der Frauen. Er liebt Japan nicht, sondern nur sich selbst", hieß es in einem der Kommentare auf der Seite. Der 65-Jährige hatte 1989 einem Interview erklärt, Frauen seien aufgrund ihrer Menstruation nicht geeignet für hohe politische Ämter. "Frauen sind während ihrer Periode nicht normal. Man kann sie (in dieser Zeit) unmöglich weitreichende Entscheidungen für das Land treffen lassen, etwa über die Frage, ob das Land in den Krieg ziehen soll oder nicht", sagte Masuzoe damals einem Magazin.

Die konservativen Liberaldemokraten von Regierungschef Shinzo Abe unterstützen Masuzoes Kandidatur. Er gilt als Favorit für die Wahl am Wochenende. Allerdings büßte er durch seine frauenfeindlichen Äußerungen und umstrittene Bemerkungen über ältere Menschen Sympathien ein. Alle 16 Bewerber um den Posten des Gouverneurs sind Männer, die meisten von ihnen sind 60 Jahre oder älter. Trotz ihres hohen Bildungsniveaus geben viele Japanerinnen ihre Karriere zugunsten der Familie auf. Die meisten Führungsposition in Politik und Wirtschaft werden in Japan von Männern besetzt. In Abes Kabinett sind lediglich zwei Ministerinnen vertreten.

AFP

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