Pauli-Partei will Pauli rauswerfen

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Gabriele Pauli gründete vor knapp zwei Monaten ihre eigene Partei. Jetzt wollen die Mitglieder ihren Rücktritt.

Patenstein - In einem offenen Brief haben Mitglieder der Freien Union gefordert, dass ihre Vorsitzende Gabriele Pauli zurücktritt. Die CSU-Rebellin gründete die Partei erst vor zwei Monaten.

Die neue Pauli-Partei präsentiert sich gut zwei Monate vor der Bundestagswahl weiterhin heillos zerstritten. In einem offenen Brief haben mehrere Partei-Mitglieder die frühere CSU- Rebellin Gabriele Pauli aufgefordert, von ihrem Amt als Vorsitzende der Freien Union zurückzutreten. Als Begründung nannten sie unter anderem, Pauli habe versucht, “in Anmaßung von nicht durch die Satzung gedeckten Befugnissen zwei Mitglieder des Präsidiums ihres Amtes zu entheben“, hieß es am Freitag in dem der Deutschen Presse- Agentur dpa vorliegenden Schreiben.

Gabriele Pauli, hat den geforderten Rücktritt bereits abgelehnt. “Ich stelle mich gern der Neuwahl. Das ist dann Demokratie“, sagte Pauli am Freitag in Hamburg. Zur Neuwahl des Vorstands soll es am Sonntag beim Bundesparteitag in Celle kommen. Dass sie bei der Wahl durchfallen könnte, damit rechne sie nicht, sagte die Politikerin. Die Freie Union hat nach ihren Angaben rund 1000 Mitglieder. Zur Bundestagswahl kann sie nach Parteiangaben bisher nur in Bayern antreten.

Gabriele Pauli: Ihre Stationen

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Pauli hatte die Freie Union mit Parteibüro im unterfränkischen Partenstein am 21. Juni gegründet. Vier Wochen später hatte sich die Partei von ihren beiden stellvertretenden Parteivorsitzenden getrennt. Bundesvorstandsmitglied Werner Winkler, der zu den Mitunterzeichnern des Briefes gehört, nannte zudem den für diesen Sonntag geplanten Sonderparteitag in Celle als Grund für die Rücktrittsforderung: Der Parteitag sei satzungswidrig einberufen worden. Zudem sitze die Mehrheit der Mitglieder im Süden Deutschlands, die Anreise nach Celle sei zu weit. “Vermutlich werden die für eine Beschlussfähigkeit nötigen 50 Prozent der Mitglieder gar nicht zusammenkommen“, sagte Winkler.

Unterdessen gibt es Hinweise, dass die Freie Union in Niedersachsen nicht zur Bundestagswahl antreten kann. Nach dpa- Informationen brachte der Landesverband nicht die erforderlichen 2000 Unterstützerunterschriften zusammen. Auch der hessische Landesverband hat nach Angaben des Landeswahlleiters bislang nicht genügend Unterschriften vorgelegt. Bundesvorstandsmitglied Winkler erklärte, nach seinen Informationen habe die Partei bisher nur in Bayern die nötigen 2000 Stimmen sammeln können.

dpa

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