Fall Guttenberg: Ex-Vizepräsident kritisiert Uni

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Der frühere Vizepräsident der Universität Bayreuth, Walter Schmitt-Glaeser, übt heftige Kritik an der Hochschule.

Bayreuth - Der frühere Vizepräsident der Universität Bayreuth, Walter Schmitt-Glaeser, übt heftige Kritik an der Hochschule. Sie veranstalte eine "Treibjagd" gegen den früheren Verteidigungsminister zu Guttenberg.

Der frühere Vizepräsident der Universität Bayreuth, Walter Schmitt-Glaeser, hat seine frühere Hochschule kritisiert und Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in der Debatte um seinen Doktortitel in Schutz genommen. Nach einem Bericht der “Bild“-Zeitung vom Dienstag beklagt Schmitt-Glaeser in einem dreiseitigen offenen Brief eine “Treibjagd“ gegen Guttenberg. Das Schreiben des renommierten Staatsrechtlers liege der Zeitung vor.

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“Mit jedem anderen Doktoranden wäre die Universität anders umgegangen“, sagte Schmitt-Glaeser dem Blatt. “Es war richtig, ihm den Doktortitel abzuerkennen und es war auch richtig, dass er als Minister zurückgetreten ist. Aber was jetzt passiert, ist eine einzige Treibjagd.“ Die Universität habe mit der angekündigten Veröffentlichung des Kommissionsberichts auch die Fürsorgepflicht für ihren ehemaligen Studenten massiv verletzt. Schmitt-Glaeser zufolge hat die Universität nach Aberkennung des Doktortitels keine Berechtigung mehr gehabt, die Sache weiter zu verfolgen.

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Die Universität Bayreuth will am Mittwoch den Abschlussbericht zur Plagiatsaffäre zu Guttenbergs veröffentlichen. In dem mehr als 40-seitigen Bericht kommt die Kommission “Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ zu dem Schluss, dass Guttenberg bei seiner Doktorarbeit die Standards guter wissenschaftlicher Praxis grob verletzt und die Prüfungskommission vorsätzlich getäuscht hat.

Die Hochschule hatte Guttenberg bereits am 23. Februar den Doktortitel aberkannt. Am 1. März legte Guttenberg sein Ministeramt nieder. Mit Spannung wird der Inhalt der dreiseitigen Erklärung erwartet, die Guttenberg Ende April zu den Vorwürfen abgegeben hat.

dpa

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