In Hiroshima

G7-Minister besuchen Atombomben-Mahnma

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John Kerry ist der erste US-Außenminister, der in Hiroshima einen Kranz niederlegte.

Hiroshima - Mit einem gemeinsamen Besuch am Mahnmal für die Opfer des Atombomben-Abwurfs in Hiroshima haben die Außenminister der sieben großen Industrienationen (G7) der Toten gedacht.

Als erster US-Außenminister überhaupt legte auch der amerikanische Ressortchef John Kerry einen Kranz nieder. Deutschland wurde bei der Zeremonie durch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier vertreten. 

Hiroshima wurde am 6. August 1945 durch den Abwurf der ersten Atombombe von den USA zu großen Teilen zerstört. Gleich in den ersten Stunden gab es etwa 70 000 Tote. Unter den Folgen leiden Menschen bis heute.

Die Außenminister haben zudem die wiederholten Atom- und Raketentests Nordkoreas „auf das Schärfste“ verurteilt. Zum Abschluss ihres Treffens in der japanischen Stadt Hiroshima forderten die Minister das Regime in Pjöngjang am Montag in einer gemeinsamen Erklärung auf, weitere Atomtests oder Starts ballistischer Raketen sowie jegliche andere „destabilisierende oder provokative Aktionen“ zu unterlassen.

Die G7-Minister forderten Nordkorea auf, die UN-Resolutionen „unverzüglich und vollständig“ umzusetzen und sämtliche Atomwaffen sowie Nuklear- und Raketenprogramme nachprüfbar abzuschaffen. In ihrer „Hiroshima-Erklärung“ bekräftigen die Minister ihre Bemühungen, eine „sichere Welt für alle“ zu schaffen, und forderten eine „Welt ohne Atomwaffen“. Weltweit gibt es davon noch mehr als 15.800.

G7-Minister besorgt über Konflikte im Süd- und Ostchinesischen Meer

Besorgt sind die Minister über die Territorialstreitigkeiten im Süd- und Ostchinesischen Meer. Zum Abschluss ihres Treffens im japanischen Hiroshima betonten sie in einer gemeinsamen Erklärung die Bedeutung einer „friedlichen“ Beilegung der Dispute. China erhebt fast auf das gesamte Südchinesische Meer Anspruch und streitet sich mit den Philippinen, Brunei, Malaysia, Vietnam und Taiwan um die rohstoffreichen Gewässer.

Ohne China namentlich zu erwähnen, lehnten die G7-Minister in ihrer Erklärung entschieden jegliche „einschüchterende, zwangsweise oder provokative einseitige Maßnahmen“ ab, die den Status quo verändern und Spannungen erhöhen könnten. Peking ließ unter anderem künstliche Inseln in der Region aufschütten und Flugplätze anlegen, um über diese Außenposten seine Ansprüche zu untermauern. In Reaktion auf die G7-Erklärung beklagte China Medien zufolge, das Thema werde von manchen „hochgespielt“.

Die G7-Außenminister wollen auch eine gemeinsame Erklärung zu aktuellen internationalen Fragen veröffentlichen. Wichtigste Themen sind der Kampf gegen den islamistischen Terrorismus, die Konflikte in Syrien und in der Ukraine sowie die Bemühungen um nukleare Abrüstung. Weitere G7-Mitglieder neben Gastgeber Japan, Deutschland und den USA sind Kanada, Großbritannien, Frankreich und Italien.

Der nächste G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs findet im Mai in der japanischen Kleinstadt Shima statt. 

dpa

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