Gaddafi-Sohn gehört zu den meistgesuchten Verdächtigen

Gaddafi Sohn al-Saadi Verdächtige Interpol
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Der Sohn von Muammar Gaddafi, al-Saadi, ist nun bei den meistgesuchten Verdächtigen

Paris - Al-Saadi Gaddafi, der Sohn des früheren libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi, wird seit Donnerstag international von Interpol gesucht. Begründung: Waffengewalt.

Al-Saadi Gaddafi, der Sohn des früheren libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi, wird seit Donnerstag international von Interpol gesucht. Wie die Polizeiorganisation in Paris mitteilte, steht der 38-Jährige auf der Liste der weltweit meistgesuchten Verdächtigen. Die libysche Übergangsregierung hatte die Fahndung beantragt.

Ihm wird vorgeworfen, in seiner Zeit als Vorsitzender des libyschen Fußballverbands Vermögen veruntreut und Gegner mit Waffengewalt eingeschüchtert zu haben. Er steht bereits auf einer Sanktionsliste der Vereinten Nationen, weil er bei der Unterdrückung von Protesten Militäreinheiten befehligt haben soll.

So luxuriös lebte der Gaddafi-Clan

Ein Sprecher des Präsidialamtes von Niger erklärte, Al-Saadi Gaddafi stehe unter Hausarrest in der Hauptstadt Niamey, nachdem er Anfang des Monats aus Libyen in das Nachbarland geflohen war. Die Regierung Nigers werde ihren internationalen Verpflichtungen nachkommen und den Sohn des libyschen Ex-Machthabers an den Internationalen Strafgerichtshof ausliefern, wenn dieser die Überstellung fordere, teilte der Sprecher mit.

Red Notice deutlichste Warnung an Interpol-Mitgliedstaaten

Bislang hat das Gericht die Fahndung nach Muammar al Gaddafi und dessen Sohn Seif al-Islam beantragt, nicht jedoch nach dessen Bruder Al-Saadi. Die von Interpol am Donnerstag herausgegebene Red Notice ist die höchste Form der Warnung, die die Organisation an ihre Mitgliedsstaaten übermitteln kann. Die Anzeige zwingt die Staaten zwar nicht zur Übergabe von Verdächtigen, sie übt aber starken Druck auf sie aus.

Wo Muammar al Gaddafi sich derzeit aufhält, ist unbekannt. Seine Frau und seine Tochter sind nach Algerien geflohen. Die Übergangsregierung in Tripolis geht davon aus, dass der frühere Machthaber sich im Süden des Landes in der Wüste unter dem Schutz von Mitgliedern des Stammes der Tuareg befindet.

dapd

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