Vize-Parteichef

Gauland will keine Neuwahl des AfD-Bundesvorstands

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AfD-Vize-Parteichef Alexander Gauland.

Potsdam - Am Parteikonvent der AfD in Kassel nimmt Vize-Parteichef Alexander Gauland nicht teil - er fährt in Urlaub. Doch für die zerstrittene AfD-Spitze hat er vorher einen Rat.

Im Führungsstreit der AfD hat sich Vize-Parteichef Alexander Gauland gegen einen möglichen Sonderparteitag mit einer Neuwahl des Bundesvorstands ausgesprochen. „Wir stehen vor einem Bundestagswahlkampf - da kämpft man gegen oder mit anderen Parteien“, so Gauland. „Ein interner Wahlkampf in der Partei nutzt dagegen keinem.“ 

Die Krise der AfD in Baden-Württemberg nach der Spaltung der Landtagsfraktion werde professionell gelöst, meinte der Brandenburger Landesvorsitzende. „Warum sollen wir da nach einem Jahr schon wieder einen neuen Vorstand wählen?“.

Nächste Runde im Streit Meuthen gegen Petry?

Am Sonntag kommt in Kassel der AfD-Parteikonvent zusammen, um über den Richtungsstreit im Bundesvorstand nach der Spaltung der AfD-Fraktion im Stuttgarter Landtag zu beraten. Der Co-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen hatte dort mit 13 Abgeordneten eine neue Fraktion gegründet. Anlass waren antisemitische Äußerungen des AfD-Abgeordneten Wolfgang Gedeon. Darüber war Meuthen mit der Bundesvorsitzenden Frauke Petry in Streit geraten. Der Konvent könnte mit einfacher Mehrheit einen Sonderparteitag einberufen.

Gauland selbst nimmt an dem Parteikonvent in Kassel nicht teil. „Ich habe schon lange eine Urlaubsreise nach Irland geplant“, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende. Doch auch andere AfD-Politiker scheinen auf der Linie des Vize-Parteichefs zu sein. Auch Thüringens Landes- und Fraktionschef Björn Höcke, der als Rechtsaußen der Partei gilt, sprach sich gegen eine Neuwahl aus. Damit würden Konflikte nicht gelöst, sondern Hunderttausende Euro verbrannt und unbezahlbare Lebens- und Arbeitszeit vernichtet.

Jung: Sonderparteitag würde Gegnern in die Hände spielen

Sachsen-Anhalts AfD-Chef André Poggenburg kündigte an, der amtierenden Doppelspitze der Bundespartei in Kassel den Rücken zu stärken. Er wolle dem Konvent versichern, dass der Bundesvorstand trotz der privaten Zwistigkeiten der vergangenen Monate konstruktiv miteinander arbeiten könne, sagte er der dpa. Auch der rheinland-pfälzische AfD-Chef Uwe Junge betonte: „Einigkeit und Schlagkraft sind das Gebot der Stunde“. Ein Sonderparteitag würde nur den Gegnern der Partei in die Hände spielen.

dpa

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