Kompetenz der Klima-Aktivistin

Greta Thunberg gibt die Corona-Expertin und erntet Hohn und Spott: „Was soll das?“

Greta Thunberg äußerte sich in der Corona-Krise und kassierte Kritik.
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Greta Thunberg äußerte sich in der Corona-Krise und kassierte Kritik.

Greta Thunberg war auf CNN zu sehen - zum Thema Coronavirus. Das entfacht im Netz einen Streit.

  • Der US-TV-Sender CNN hat Greta Thunberg zu einem Interview zum Thema Coronavirus geladen
  • Greta Thunberg appellierte an die Jugendlichen keinem Irrglauben aufzusitzen und auf die Experten zu hören
  • Im Internet gab es wegen des Interviews Streit wegen Gretas Kompetenz in der Corona-Krise

Washington/Schweden - Es ist eines der vielen Interviews zur Corona-Pandemie, das der US-Sender CNN führt. Der Titel: „Coronavirus: Fakten und Ängste”. Aber der Gast ist ungewöhnlich: Neben hochkarätigen Vertretern der amerikanischen Gesundheitsbehörden ist Greta Thunberg geladen. Die nutzt das Interview für einen Appell an die Jugend. Aber der darauffolgende Streit im Netz spielt sich eher zwischen Feministinnen und Spöttern ab. Es geht um: Gretas Corona-Kompetenz

Greta Thunberg ermahnt Jugendliche, sich beim Coronavirus an die Experten zu halten

„Dies scheint eine Zeit zu sein, in der das weltweite Netz der Wissenschaftler so unfassbar wichtig ist und man sieht, wie wichtig es ist, einfach auf ihre Aussagen zu hören“, leitet der Moderator das Gespräch ein. Und Greta Thunberg stimmt zu: Man sehe, dass die Stimme der Wissenschaft lauter sei als zuvor. „Die Menschen merken, dass wir auf die Wissenschaft angewiesen sind“, sagt sie. „Ich hoffe, das bleibt so und wird auch in anderen Krisen wie der Klimakrise und der Umweltkrise fortgesetzt.“

Weiter appellierte die 17-Jährige, die sonst leidenschaftliche Reden für den Klimaschutz hält, an die Jugendlichen und Kinder, in Corona-Zeiten ebenfalls physische Distanz zu wahren und sich und andere zu schützen. „Es gibt im Moment eine Art Mythos, dass Kinder von diesem Virus nicht betroffen sind“, sagte sie. Man müsse darauf achten, dass sich diese Fehlinformation nicht etabliere.

Greta Thunberg erntet für Interview zum Coronavirus Spott: „Keine Corona-Expertin“

„Wir jungen Menschen tragen eine sehr große Verantwortung, weil wir die Symptome vielleicht nicht so schlimm empfinden wie viele andere“, sagt Klimaschützerin* Thunberg. „Deshalb müssen wir besonders vorsichtig sein, denn unsere Handlungen können für viele andere den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.“

Soweit ihr Beitrag. Die Reaktion im Netz folgt auf dem Fuße. Auf Twitter enthielten Hunderte Kommentare die Frage: „Was soll das?“ Selbst internationale Prominenz reagiert spöttisch. Donald Trump Junior, der Sohn des US-Präsidenten twittert ironisch: “Greta Thunberg hat bereits als Teenager eine bemerkenswerte Karriere hinter sich. Heute ist sie eine weltbekannte Spezialistin für Infektionskrankheiten und Epidemiologin UND eine führende wissenschaftliche Stimme in Bezug auf die globale Klimapolitik. Wow, einfach so beeindruckend.”

Greta Thunberg gerät mit Corona-Interview in Feminismus-Diskussion

Andere, darunter namhafte amerikanische Journalisten, wie Jessica Huseman, posten einfach nur Fragezeichen.

Und auch in Deutschland löst die Meldung zahlreiche süffisante Kommentare aus: „Wenn Greta Thunberg laut CNN Experte beim Thema Corona ist, dann ist Pietro Lombardi auch Experte für Quantenphysik...“, schreibt ein User. 

Das Besondere an dieser Debatte um Greta im Netz ist: Sie ist nicht wie die meisten Debatten über Greta Thunberg im Netz. Es geht nicht um Klimaschutz*, es geht nicht um Alter. Darauf weisen auch ungewohnte Fürsprecherinnen hin.

Bestsellerautorin Roxane Gay schreibt: „Unqualifizierte Männer dürfen täglich in den Medien endlos labern. Aber bei Greta Thunberg soll das zu weit gehen?!“

Schriftstellerin Charlotte Clymer fügt hinzu: „... Und das soll kein Sexismus sein! Das glaubt ihr doch selbst nicht.“

Das Coronavirus wird offenbar auch über Aerosole übertragen - damit wäre die Abstandsregel ad absurdum geführt. Greta Thunberg will unterdessen nach einem Jahr Pause wieder an die Schule zurückkehren - und bezeichnete die Gesellschaft in der Corona-Krise als „Nudistenparty“. Auch an ihren Besuch beim UN-Gipfel in New York denkt sie eher mit Abscheu.

Aktivistinnen rund um Greta Thunberg haben sich in einem offenen Brieg an die Oberhäupter der EU-Staaten gewandt. Diese müssten die Umweltkrise endlich als solche behandeln. 

Video: Greta Thunberg geht wegen möglicher Corona-Symptome vorsorglich in Quarantäne

Unterdessen rechnet Greta Thunberg mit einem neuen Instagram-Post* mit der Politik ab.

*Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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