Klimaaktivistin attackiert

Greta Thunberg eine „Göre“ - Brasiliens Präsident beleidigt sie harsch

Greta Thunberg moniert die Ermordung von Ureinwohnern in Brasilien. Der öffentliche Konter des umstrittenen Staatspräsidenten Jair Bolsonaro lässt nicht lange auf sich warten.

  • In einem Tweet kritisiert Greta Thunberg die Ermordung brasilianischer Ureinwohner.
  • Brasiliens Staatspräsident äußert sich despektierlich gegen die Klimaaktivistin.
  • Mit seinen Bemerkungen erzeugt Jair Bolsonaro ein weiteres Mal Kopfschütteln.

Brasilia - Nachdem die Klimakämpferin Greta Thunberg Vorwürfe in Richtung Brasilien erhoben hat, meldet sich nun der umstrittene Staatspräsident Jair Bolsonaro zu Wort und verurteilt seinerseits die kritischen Äußerungen der Schwedin. "Es ist bemerkenswert die Bedeutung zu sehen, welche die Medien einer Göre wie ihr zuschreiben, einer Göre", ließ der 64-Jährige gegenüber der Presse bei einem Termin in der Stadt Brasilia verlauten.

Umweltschützer in Brasilien ermordet - Thunberg spricht von „Schande“

Thunberg hatte zuvor bei Twitter die Tötung von Indigenen im Norden Brasiliens angeprangert, die sich in den Dienst des Umweltschutzes stellen. Die 16-Jährige bezeichnete es als "Schande", dass die Welt schweige, während Ureinwohner, welche die illegale Rodung von Wäldern zu stoppen versuchten, umgebracht würden:

Bolsonaro wehrt sich mit den Worten "Jeder Tod ist besorgniserregend" und bezeugt, dass seine Regierung eine illegale Abholzung von Wäldern ablehne. Internationale Experten sind anderer Meinung und bezichtigen die Umweltpolitik des Präsidenten als Hauptgrund. So sei Bolsonaros enge Verbindung mit der Agrarlobby für den Anstieg von Brandrodungen und die Reduzierung der brasilianischen Waldflächen verantwortlich.

Jair Bolsonaro rügte schon Umweltaktivist DiCaprio öffentlich

Jair Bolsonaro ist erst seit Jahresbeginn 2019 im Amt und hat Auflagen hinsichtlich des Umweltschutzes gelockert. Kürzlich hat der Staatschef bereits über Hollywoodstar Leonardo DiCaprio gelästert. Der Amerikaner mit deutschen Wurzeln habe Umweltschützer unterstützt, im Amazonasgebiet Feuer gelegt zu haben. 

Die Aktivisten wiederum bezeichnen Bolsonaro selbst als geistigen Brandstifter. Die skandinavische Aktivistin hat ihrerseits auf die Verbalattacke aus Südamerika reagiert und in ihrem Twitter-Profil den Begriff "pirralha" platziert. Die von Bolsonaro verwendete Bezeichnung bedeutet laut Stern.de sinngemäß auch Balg, Rotzlöffel oder Knirps.

Viele Menschen folgen ihr - andere wiederum kritisieren die umweltpolitischen Ansichten von Greta Thunberg.

Alleine zwischen Januar und Juli des aktuellen Jahres wurden in Brasilien offiziellen Angaben zufolge über 6200 Quadratkilometer an Waldfläche gerodet, was dem höchsten Wert seit über zehn Jahren entspricht. Weil Brasilien unter Präsident Bolsonaro den Regenwald verstärkt abholzt, drohte die Bundesregierung bereits, Fördermittel auf Eis zu legen. Bolsonaro scheint dies egal zu sein - er ätzte gegen Angela Merkel.

Vor wenigen Monaten machte Bolsonaro von sich reden, als er sich abwertend über die Ehefrau von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußerte.

Vor der Wahl in Großbritannien wandte sich Greta Thunberg mit eindringlichen Worten per Tweet an die Wahlberechtigten.

PF mit AFP

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Clara Margais

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