Gröhe: Kein Atomausstieg "Hals über Kopf"

Berlin - Deutschland wird nach Darstellung von CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe nicht übereilt aus der Atomenergie aussteigen. Auch Fraktionschef Volker Kauder drückt beim Ausstieg auf die Bremse. Seine Gründe:

Die schweren Beben und die Flutwelle in Japan bestätigten, wie richtig es sei, die mögliche Verkettung von Risiken neu in den Blick zu nehmen, sagte Gröhe der “Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). “Das bedeutet aber nicht, dass wir Hals über Kopf aus der Kernenergie aussteigen.“

Notwendig sei, mit wirtschaftlicher Vernunft den Umstieg auf erneuerbare Energien zu beschleunigen. Dafür müssten die Menschen auch Belastungen in Kauf nehmen, sagte der CDU-Politiker. Alle wollten bezahlbaren Strom und nutzten gern Erleichterungen durch immer neue Elektrogeräte. Zugleich wollten alle auch das Klima schützen. “Das alles bekommen wir nicht zum Nulltarif“, betonte Gröhe.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) warnte vor einem Abschalten der alten Atomkraftwerke ohne Rechtsgrundlage. “Eine rein politische Entscheidung wäre eine Enteignung“, sagte er der “Leipziger Volkszeitung“ (Samstag). Kauder ging davon aus, dass nach Ablauf des Moratoriums nicht mehr alle Kernkraftwerke ans Netz gehen werden. Er nannte die Meiler Neckarwestheim I, Krümmel und Isar I.

Beim jetzt fälligen Ersatz der Kernkraft müsse die Gesellschaft abwägen, welches Risiko sie tragen wolle, sagte der CDU-Politiker. “Ich bin der Meinung, dass wir auf keinen Fall mehr Kohle einsetzen können, um Strom zu erzeugen, weil der Klimawandel doch eine der größten Herausforderung für uns alle ist. Da kann man nichts machen.“ Er wolle schneller in die erneuerbare Energie.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Meistgelesen

Die Vereidigung von Bundespräsident Steinmeier im Ticker zum Nachlesen
Die Vereidigung von Bundespräsident Steinmeier im Ticker zum Nachlesen
Kabinett will verurteilte Homosexuelle rehabilitieren
Kabinett will verurteilte Homosexuelle rehabilitieren
Angela Merkel: So stehen ihre Chancen, Kanzlerin zu bleiben
Angela Merkel: So stehen ihre Chancen, Kanzlerin zu bleiben
EU: Juncker fordert „große Dinge“ statt „Kleinklein“
EU: Juncker fordert „große Dinge“ statt „Kleinklein“

Kommentare