Harsche Kritik an Schröder: "So viel Unsinn"

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Nach ihren umstrittenen Thesen zum Feminismus muss Familienministerin Kristina Schröder massive Kritik einstecken.

Berlin - Nach ihren umstrittenen Thesen zum Feminismus muss Familienministerin Kristina Schröder massive Kritik einstecken. Oppositions-Politikerinnen bescheinigten ihr Unwissenheit und mangelndes Verständnis für die Frauenbewegung.

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Schröder habe bislang in der Gleichstellungspolitik versagt. “So viel Unsinn im Zusammenhang mit Frauenpolitik habe ich lange nicht mehr gelesen“, sagte SPD-Vizechefin Manuela Schwesig. Die Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns bezog sich dabei auf Äußerungen Schröders in einem “Spiegel“-Gespräch, in dem sich die CDU-Politikerin von der Frauenbewegung distanziert hatte. Schröder betreibe eine “rückständige Politik“ und habe “keinerlei Verständnis für die historische Bedeutung des Feminismus“, sagte Schwesig. Die SPD-Politikerin warf der Familienministerin indirekt vor, mit ihrem Vorstoß Schaden angerichtet zu haben: “Es tut der Sache der Frauen überhaupt nicht gut, wenn die jungen Frauen und die Frauenbewegung von damals gegeneinander ausgespielt werden.“

“Nur durch soziale Kälte aufgefallen“

Linkspartei-Chefin Gesine Lötzsch, sagte mit Blick auf die Streichung des Elterngeldes für arbeitslose Mütter, Schröder sei im ersten Amtsjahr “nur durch soziale Kälte aufgefallen“. Auch Linke-Vize Katja Kipping attackierte die CDU-Politikerin: “Die Familienministerin kritisiert die radikale Frauenbewegung bar jeder Kenntnis“. Grünen-Chefin Claudia Roth warf Schröder eine “Verunglimpfung des Feminismus“ vor und nannte die Ministerin “kleingeistig“. Von Schröder seien bislang keinerlei Impulse für die Gleichstellungspolitik ausgegangen.

Unterstützung erhielt die Ministerin dagegen von der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin: “Ich finde, Frau Schröder hat Recht. Wir sind über den klassischen Begriff des Feminismus schon weit hinaus.“ Schröder hatte sich von Ideen der Frauenbewegung distanziert und gesagt: “Ich glaube, dass zumindest der frühe Feminismus teilweise übersehen hat, dass Partnerschaft und Kinder Glück spenden.“ Kritisch äußerte sie sich auch über manche Thesen der Feministin Alice Schwarzer: “Zum Beispiel, dass der heterosexuelle Geschlechtsverkehr kaum möglich sei ohne die Unterwerfung der Frau. Da kann ich nur sagen: Sorry, das ist falsch.“

Schwarzer hält Schröder für “ungeeignet“

Schwarzer warf der Ministerin daraufhin in einem offenen Brief “Stammtischparolen aus den 1970er Jahren“ vor. Schröder habe in ihrer fast einjähriger Amtszeit im Gegensatz zu ihrer “couragierten Vorgängerin“ Ursula von der Leyen (CDU) weder die Lage der Familien verbessert noch die Gleichberechtigung der Frau vorangebracht. “Was immer die Motive der Kanzlerin gewesen sein mögen, ausgerechnet Sie zur Frauen- und Familienministerin zu ernennen - die Kompetenz und Empathie für Frauen kann es nicht gewesen sein“, schrieb Schwarzer. Schröder sei eine “hoffnungsloser Fall“ und als Familienministerin “schlicht ungeeignet“.

Die schöne Ministerin Kristina Schröder

Das ist Ministerin Kristina Schröder

dapd

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