Aufreger bei „Hart aber fair“

Plasberg-Gast sagt einen Satz zu Elektroautos - ARD-Zuschauer sind empört

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Bei „Hart aber fair“ ging es am Montagabend um den Klimawandel und wie darauf reagiert werden müsse.

Bei „Hart aber fair“ ging es diesmal um den Klimawandel und nötige Veränderungen. Ein emotionales Thema. Vor allem die Aussagen eines Autoliebhabers sorgten bei den Zuschauern für Ärger.

München - Mitunter waren wohl auch die Schüler-Proteste der „Friday‘s for future“-Bewegung Anlass für „Hart aber fair“-Moderator Frank Plasberg die Sendung am Montagabend unter folgendes Motto zu stellen: „Die Erde schwitzt, das Eis schmilzt: Wie radikal müssen wir uns ändern?“. Mit dabei waren auch VW-Chef Herbert Diess sowie Porsche-Liebhaber und „Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt. Vor allem die Aussagen des Letzteren sorgten für Empörung bei vielen Zuschauern.

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Schon mit dem Titel der aktuellen ARD-Sendung gab „Hart aber fair“ die Richtung vor: Der Klimawandel ist real - das muss eigentlich nicht diskutiert werden und ist wohl auch der Grund, warum kein Wissenschaftler in der Sendung zu Gast war. Geladen war dafür Moderator-Kollege Markus Lanz. Er verkörperte in der Sendung so etwas wie einen Augen- oder Zeitzeugen, denn: Für eine ZDF-Doku war er nach Grönland gereist und konnte deshalb nun bestätigen, dass das Eis schmilzt. Für viele Twitter-User ein Grundfehler der Sendung.

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„Hart aber fair“ (ARD): Markus Lanz schießt scharf gegen Kanzlerin Merkel

Lanz sieht dabei vor allem die Politik am Zug etwas zu bewegen und schoss in der Sendung scharf gegen Kanzlerin Angela Merkel. In Zeiten von „Fridays for future“ würde sie sich „an die jungen Leute ranschmeißen“. Allerdings stelle sich die Frage „wo sie in den Jahren davor“ war. Zudem habe Merkel einst versprochen, man werde die „Klimaziele bis 2020 schaffen, dann sagt sie, wir haben uns leider geirrt, es war 2030 gemeint“.

Neben Lanz war in der Sendung auch die 22-jährige Luisa Neubauer, Grünen-Politikerin und Mit-Initiatorin der Proteste „Fridays for Future“, geladen. Auch sie fordert von der Politik, am Montag vertreten durch Umweltministerin Svenja Schulze, Taten statt Worte. Dasselbe verlangt sie auch von VW-Chef Diess, der bei ihr wegen der Abgas-Schummelei definitiv in der Kreide steht.

Diess selbst ist in „Hart aber fair“ ein vortrefflicher Markenbotschafter. Als Plasberg ihm etwa vorrechnet, dass ein Prozent des CO2-Ausstoßes weltweit durch VW produziert werde, verspricht Diess das auf null zu reduzieren - „bis 2050“. Denn: Man habe erkannt, „dass die Zukunft in der Elektromobilität liegt“. Da sei wiederum die Politik gefordert, um die Infrastruktur, wie Ladesäulen, zu schaffen.

„Hart aber fair“ (ARD): Poschardt erregt die Gemüter - E-Autos haben „keine Seele“

Die größten Aufreger der Sendung kommen aber meist von „Welt“-Chefredakteur und Geburtsatagskind Ulf Poschardt. Zur Aktivistin Neubauer sagt er etwa: „Sie müssen auch die alten weißen Männer mitnehmen. Wir sind an dem Punkt, wo wir aus den Feindbildern herauskommen müssen.“ 

Und auch gegen den E-Auto-Plan von Diess hat Poschart im Grunde etwas. Für ihn haben Elektroautos „keine Seele. Das sind keine schönen Gegenstände“. Klimawandel hin oder her: das Auto sei für viele mehr als nur ein Transportmittel: „Sie wollen Spaß haben“, so Poschardt. Ihm fehlen bei den neuen Gefährten die Emotionen. 

Lesen Sie auch: Die Gesamtsituation der deutschen Autoindustrie dürfte angespannt bleiben: Drei deutschen Konzernen droht der nächste Kosten-Hammer. Die EU-Kommission hat den Verdacht der systematischen Absprache bezüglich neuer Technologien - und es geht um ein empfindsames Thema.

„Hart aber fair“ (ARD): „Seelen“-Satz empört Zuschauer

Vor allem diese Aussage von Poschardt sorgte für Empörung bei vielen Zuschauern. Die machten ihrem Ärger etwa bei Twitter Luft: „‘Die Seele des Autos‘ - ist echt das Schwachsinnigste, was ich seit langem gehört habe“, schreibt ein Zuschauer. Ein anderer meint: „Die Pole schmelzen aber DAS E-AUTO HAT KEINE SEELE“. Noch spitzer fasst es dieser User zusammen: „Und was machen Sie für das Klima? — Ich kaufe schöne Dinge, zum Beispiel alte Autos“ zitiert der User eine Aussage Poschardts aus der Sendung. „Okay danke Ulf“, schließt er den Tweet.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Den Hauptrede-Anteil der Sendung hatten gefühlt die beiden Autoliebhaber Diess und Poschardt. Lanz war empört aber kein wissenschaftlich fundierter Fachmann. Und Protest-Fachfrau Neubauer verdrehte meist nur die Augen, wenn die Auto-Fans redeten. Ach ja: Umweltministerin Schulze war auch bei Plasberg.

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