Helmut Schmidt warnt vor Militärschlag in Syrien

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Altkanzler Helmut Schmidt

Brandenburg - Beim einzig größeren Auftritt von Helmut Schmidt in diesem Wahlkampf hat der Altkanzler vor einem Militärschlag in Syrien gewarnt - und über Erich Honecker geplaudert.

Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) hat eindringlich vor einem Militärschlag der USA in Syrien gewarnt. Die Leichtfertigkeit, mit der manche glaubten, eine militärische Lösung sei der richtige und bessere Weg, „erschreckt mich“, sagte der 94-Jährige am Freitagabend bei einem Wahlkampfauftritt mit SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier in Brandenburg/Havel.

„Ich bin weiß Gott kein Pazifist, ich bin ein alter Soldat“, sagte Schmidt. Es sei aber überhaupt nicht klar, welche Kräfte miteinander in Opposition zu Machthaber Baschar al-Assad stünden. „Es gibt keine sich anbietende Lösung der Vernunft.“ Steinmeier betonte, zwei Tage Bombardierung seien für Assad weniger gefährlich, als wenn Russland und die USA zu einer gemeinsamen Position kämen.

Der Auftritt im Brandenburger Theater ist Schmidts einziger bisher geplanter Wahlkampftermin. Steinmeier hat hier seit 2009 seinen Wahlkreis. Schmidt hat einen guten Draht zu Steinmeier, aber auch zu Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, dem er frühzeitig die Kanzlerfähigkeit mit den Worten „Er kann es“ attestiert hatte.

"Honecker hat mir leid getan" 

In dem vom früheren „Zeit“-Herausgeber Theo Sommer moderierten Gespräch ging es auch um die frühere Ost-Politik. Mit Blick auf seinen DDR-Gegenpart während seiner Kanzlerschaft sagte Schmidt: „Erich Honecker war ein unsicherer Mensch. Er hat mir leid getan.“ Honecker sei vollkommen abhängig gewesen von den Entscheidungen in Moskau.

Schmidt betonte, im Rückblick sei vieles bei der Deutschen Einheit nicht gut gelaufen. „Ohne es wirklich zu wollen haben wir die alte DDR-Industrie platt gemacht.“ Das habe strukturelle Unterschiede im im Osten verschärft. Er rechne damit, dass der Einigungs- und Anpassungsprozess bis weit über das Jahr 2020 hinaus dauern werde.

Steinmeier betonte, eine Anpassung der Renten zwischen Ost und West sei ein wichtiges Ziel. „Wir können da aber nicht das Blaue vom Himmel versprechen.“ Das koste viel Geld und solle Stück für Stück in den nächsten sieben Jahren bis 2020 angestrebt werden. Er warnte vor einer „Entleerung der ländlichen Räume“ - allein schon, um diese Regionen im Osten wie im Westen zu unterstützen müsse es den Soli auch über das Jahr 2019 hinaus als Abgabe geben.

dpa

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