Hessen: Auch die Kronprinzessin gibt auf

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Auch die Kronprinzessin geht: Zusammen mit Ministerpräsident Roland Koch hat die hessische Umweltministerin Silke Lautenschläger am Dienstag ihren Rückzug angekündigt.

Wiesbaden - Auch die Kronprinzessin geht: Zusammen mit Ministerpräsident Roland Koch hat die hessische Umweltministerin Silke Lautenschläger am Dienstag ihren Rückzug angekündigt.

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“Ich habe mich dazu entschlossen, mit Roland Koch aus der Regierung auszuscheiden und mich auch nicht erneut um den stellvertretenden Landesvorsitz der CDU Hessen zu bewerben“, sagte Lautenschläger am Dienstagmorgen im Wiesbadener Landtag. Ihre enge Verbundenheit mit Koch nannte die 41-Jährige als Grund. “Mein Politikstil hat, jedenfalls aus meiner Sicht, immer gut zu dem von Roland Koch gepasst“, sagte Lautenschläger. Rund neun Jahre als Ministerin in unterschiedlichen Positionen hätten ihr viel Freude gemacht. Ob bei den Arbeitsmarktreformen, der Gesundheitspolitik im Bund, der Familienpolitik oder auf den Feldern Kinderbetreuung und Energie - in Hessen habe sie “immer die Chance gehabt, sehr frei und unabhängig zu agieren“, sagte Lautenschläger. Dafür sei sie Roland Koch sehr dankbar. Lautenschläger war von Koch 2001 als Sozialministerin ins Kabinett geholt worden, mit 32 Jahren war sie damals die jüngste Ministerin bundesweit. Die gebürtige Darmstädterin machte schnell mit Initiativen zum “Fordern und Fördern von Langzeitarbeitslosen“ von sich reden, später wurde es jedoch stiller um die Vorzeigefrau in der hessischen CDU. Nach dem Abgang von Kultusministerin Karin Wolff nach der Landtagswahl 2008 war Lautenschläger die einzige Frau in herausragender Position in der hessischen CDU. Sehr beliebt war die Rechtsanwältin dennoch nicht: Bei ihrer Widerwahl als stellvertretende CDU-Landesvorsitzende 2008 kam sie gerade auf 78,9 Prozent. Manch einem in der Partei galt sie als zu spröde und als nicht volksnah genug.

Kämpfte für Windenergie

Dennoch galt Lautenschläger lange als Kochs “Kronprinzessin“ und mögliche Nachfolge-Kandidatin. Während der Interimszeit in Hessen leitete sie von April 2008 bis zu den Neuwahlen 2009 auch das Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Im Februar 2009 machte Koch sie zur Umweltministerin. Lautenschläger sollte die Erneuerbaren Energien in Hessen und die “grüne“ Ausrichtung der CDU voranbringen. Doch stets hatte sie mit starken Widerständen aus der eigenen Partei insbesondere beim Ausbau der Windenergie zu kämpfen.

Roldan Koch im Porträt

Roland Koch im Porträt

Bei der Ankündigung ihres Rücktritts sagte Lautenschläger nun, auch sie selbst gehöre wie Koch “zu denen, die unbequeme Wahrheiten ansprechen, Themen offensiv angehen, auch wenn sie kompliziert sind und in der eigenen Partei nicht immer im Mittelpunkt stehen“. Nun will die Ministerin mit Koch zusammen im August ihr Amt aufgeben. Ihr Landtagsmandat will Lautenschläger aber behalten. Und selbstverständlich werde sie “denjenigen unterstützen, der versehen mit dem Vertrauen von Partei und Fraktion sich um die Ämter des CDU-Landesvorsitzenden und Ministerpräsidenten bewerben wird“.

dapd

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