Historiker: Euro ist Schwachstelle der europäischen Einigung

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Der britische Historiker Eric Hobsbawm (94) sieht im Euro den Schwachpunkt der europäischen Einigung.

Köln - Der britische Historiker Eric Hobsbawm (94) sieht in der gemeinsamen Währung von europäischen Ländern den Schwachpunkt der europäischen Einigung. Was seiner Meinung nach das Problem ist:

"Die Engländer wollten nie hinein und auch jetzt gehört nur ein Teil der 27 Mitglieder zur Euro-Gruppe." Ob sich der Euro halten lasse, wisse er nicht, sagte er und fügte hinzu: "Ich glaube, wahrscheinlich ja." Für die meisten der Nationalstaaten habe es "wenig Sinn, sich vom Euro wieder auf die Nationalwährungen zurückzuziehen, das ginge für Deutschland oder Frankreich, aber schon nicht mehr für Italien oder Österreich", sagte er in einem Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstag-Ausgabe).

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Das Problem sei, "solange die Entscheidungen in Europa von Nationalregierungen getroffen werden, sind keine raschen Entscheidungen möglich". Ein Vereinigtes Europa mit einer Nationalregierung in der Zukunft hält Hobsbawm, der als einer der letzten Universalgelehrten gilt und zu den bedeutendsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts zählt, jedoch für unwahrscheinlich. Hobsbawm erkennt eher reale Gefahren, dass die derzeitige Politiker-Generation das Erbe ihrer Vorgänger verspielen würde, auch wenn nicht ganz klar sei, was die damaligen Politiker aufbauen wollten.

Der Kapitalismus im letzten halben Jahrhundert habe die moralischen Konventionen ausgehöhlt, sagte der in London lebende Wissenschaftler, der unter anderen in Stanford, Paris, Cambridge und an der University of London lehrte und dessen Bücher weltweit verlegt wurden. "Die Regeln, welche die menschliche Existenz eingrenzen, wurden durch den grenzenlosen Kapitalismus allesamt zerstört. Genau das war es ja, was Karl Marx über den Kapitalismus vo-rausgesagt hatte. Jetzt neue Regeln zu schaffen, lässt sich nicht durch Moralpredigten verwirkli-chen. Gemacht werden muss es aber."

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Als Schüler erlebte Hobsbawm in Berlin die massive Arbeitslosigkeit, die ihn zum "lebenslänglichen Marxisten" machte. Im Alter von 94 Jahren hat er ein neues Buch geschrieben, das den Titel trägt: "How to Change the World" und der Geschichte von Marx und Marxismus gewidmet ist.

zr

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