Zeichen gegen Neonazi-Szene

Minister will Abriss von Hitlers Geburtshaus

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Das Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau Foto: Matthias Roeder

Der richtige Umgang mit dem Nazi-Erbe steht wieder auf der Tagesordnung. Anlass: Das Hitler-Geburtshaus. Die Enteignung wirft Fragen auf. Wie kann man eine Pilgerstätte für Neonazis verhindern?

Wien (dpa) - Als Zeichen gegen die internationale Neonazi-Szene möchte der österreichische Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) das Geburtshaus von Adolf Hitler (1889-1945) in Braunau am Inn abreißen lassen.

"Mein Vorschlag liegt klar auf der Hand. Abriss und ein neues Statement. Was immer man dort bauen möchte. Eine Erinnerungsstätte mit Sicherheit nicht", sagte Sobotka der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Das österreichische Parlament wird voraussichtlich im Oktober eine Enteignung des Grundstücks beschließen. Damit wird der Weg frei für die konkrete Nutzungsdebatte. Eine Kommission soll im Herbst entsprechende Vorschläge machen.

Ein Abriss wäre mit Blick auf die Neonazis wichtig, sagte Sobotka. "Gar nicht so sehr wegen der österreichischen Neonazi-Szene, sondern wegen der internationalen. Die kommen immer wieder nach Österreich und lassen sich dort fotografieren." Der Ort sei unter den Nazis immer noch ein Symbol. "Es ist wichtig, diese Symbolik durch eine entsprechende Nutzung zu durchbrechen."

Das seit 1972 vom Staat angemietete Haus, in dem der spätere Diktator sein erstes Lebensjahr verbrachte, konnte wegen ausbleibender Umbauten durch die Eigentümerin seit 2011 nicht mehr genutzt werden. Seitdem sind laut Sobtoka 300 000 Euro Miete geflossen. "Eine Enteignung ist nicht einfach. Damit muss man sorgsam umgehen." Man habe alles versucht, um in Verhandlungen zu einer gütigen Lösung zu kommen. Das Objekt sollte keinesfalls in "obskure Hände" kommen, deshalb nun die Enteignung.

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