Hofreiter: Mehr Hartz IV wegen steigender Lebensmittelereise

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Fordert die Anhebung des Hartz-IV-Regelsatzes als Ausgleich für höhere Lebensmittelpreise: Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter. Foto: Friso Gentsch/Archiv

Berlin (dpa) - Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat eine Anhebung des Hartz-IV-Regelsatzes als Ausgleich für höhere Lebensmittelpreise gefordert.

"Uns ist schon bewusst, dass Menschen mit niedrigen Einkommen am härtesten von steigenden Lebensmittelpreisen betroffen sind - vor allem Hartz-IV-Empfänger", sagte Hofreiter der Zeitung "Die Welt". "Deshalb muss der Regelsatz auf mindestens 420 Euro erhöht und regelmäßig an die Preisentwicklungen angepasst werden." Derzeit liegt der Hartz-IV-Regelsatz bei 404 Euro im Monat.

Zudem müssten untere Lohngruppen gestärkt werden, um Preiserhöhungen - bei Nahrungsmitteln - etwa durch den Umstieg auf nachhaltige Landwirtschaft oder eine faire Bezahlung von Milchbauern - abzufedern. "Wir brauchen eine gerechtere Sozial- und Lohnpolitik. Dann muss niemand bei Lebensmitteln sparen", sagte Hofreiter.

Der Grünen-Politiker geht davon aus, dass die Umstellung der Landwirtschaft auf mehr Nachhaltigkeit den Verbraucher Geld kosten wird. "Wir können bei einem Preisanstieg von nur drei bis sechs Prozent erhebliche Verbesserungen erzielen. Das hat der Wissenschaftliche Beirat des Landwirtschaftsministeriums errechnet, und das sollte uns eine gesunde Umwelt wert sein", sagte er. "Wir wollen ja nicht die gesamte Landwirtschaft sofort auf Bio umstellen. Innerhalb der konventionellen Landwirtschaft gibt es sehr viele Betriebe, die auf Nachhaltigkeit achten, aber dabei nicht ganz so weit gehen, dass sie das Bio-Siegel erhalten."

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