Honduras schließt vorzeitige Wahlen nicht aus

Roberto Micheletti
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Interims-Präsident Roberto Micheletti.

Tegucigalpa - Die neuen Machthaber in Honduras wollen sich dem Willen der internationalen Gemeinschaft nach Wiedereinsetzung des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya nicht beugen.

Der am Sonntag eingesetzte Interims-Präsident Roberto Micheletti sagte am Donnerstag laut lokalen Medienberichten, er sei aber einverstanden, die für November geplanten Präsidentenwahlen vorzuziehen, wenn dies zur Entschärfung der Krise im Lande beitragen werde. Unterdessen beriefen die europäischen Länder aus Protest gegen den Präsidentensturz ihre Botschafter aus Honduras zurück.

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Für diesen Freitag hat sich der Generalsekretär der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS), José Miguel Insulza, in Tegucigalpa angesagt. Er will in dem Konflikt vermitteln. Die OAS, wie die gesamte internationale Staatengemeinschaft, verlangte ultimativ von der honduranischen Interims-Regierung, einzulenken und Zelaya an die Macht zurückkehren zu lassen. Zelaya, der am Wochenende nach Tegucigalpa heimkehren will, droht dort die Festnahme. Ihm werden Verfassungsbrüche und Gesetzesverstöße vorgeworfen.

Micheletti warnte die Präsidenten von Argentinien und Ecuador, Cristina Kirchner und Rafael Correa , davor, Zelaya zu begleiten. “Ich mache Christina Kirchner und Correa für das verantwortlich, was dann im Lande geschehen könnte“, sagte Micheletti der argentinischen Zeitung “La Nación“.

In Honduras kam es auch am Donnerstag in mehreren Städten zu Demonstrationen für und gegen den abgesetzten Zelaya. Sie waren nach offiziellen Angaben weitgehend gewaltfrei. Berichte über Verletzte wie an den Vortagen lagen zunächst nicht vor.

Angesichts der bedrohlichen Lage im Lande erließ Micheletti ein Dekret, mit dem für die kommenden 72 Stunden die Bewegungsfreiheit und das Recht auf Versammlung eingeschränkt werden soll. Außerdem soll vorübergehend die Einreise nach Honduras schärfer kontrolliert werden. Die Beschränkungen gelten nur in den Nächten.

Zelaya ist in seiner Heimat umstritten. Dem gestürzten Präsidenten wird von seinen Gegnern, und wohl auch von einer Mehrheit der Bevölkerung, vorgeworfen, das Land in das Lager der linken Staaten Lateinamerikas geführt zu haben und eine Diktatur anzustreben.

dpa

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