HRW: Äthiopische Sicherheitskräfte töten über 400 Menschen

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Äthiopische Sicherheitskräfte in Addis Abeba. Foto: Stephen Morrison/Archiv

Addis Abeba (dpa) - Äthiopische Sicherheitskräfte haben nach einer Untersuchung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) seit November 2015 während andauernder Proteste mehr als 400 Menschen getötet.

In einem Bericht wirft HRW den Sicherheitskräften außerdem vor, Zehntausende Menschen verhaftet zu haben. Die äthiopische Regierung versuchte die Anschuldigungen herunterzuspielen. "Human Rights Watch ist sehr großzügig, wenn es um Zahlen geht, besonders bei Zahlen, die Äthiopien betreffen", sagte Kommunikationsminister Getachew Reda. Sicherheitskräfte seien nicht unverhältnismäßig vorgegangen.

Die Proteste in der Region Oromia rund um Addis Abeba richten sich primär gegen die Erweiterungspläne der Hauptstadt und deshalb drohende Enteignungen. Die Demonstranten fürchten, dass dadurch zahlreiche Bauern ihr Land verlieren könnten. Der Bericht der Menschenrechtsorganisation bezieht sich auf Augenzeugenberichte von Demonstranten, unbeteiligten Zuschauern und Missbrauchsopfern.

"Äthiopische Sicherheitskräfte feuerten auf Hunderte Studenten, Bauern und andere friedliche Demonstranten und töteten sie mit unverhohlener Missachtung für menschliches Leben", kritisierte die stellvertretende HRW-Afrikadirektorin Leslie Lefkow. Sie forderte die äthiopische Regierung auf, die Vorfälle zu untersuchen und die Sicherheitskräfte zur Verantwortung zu ziehen.

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