„Ohne wissenschaftliche Kenntnis“

Impfungen: Lauterbach legt gegen Wagenknecht nach - „Völlig absurd“

Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, gibt ein Interview. Lauterbach geht angesichts der vierten Corona-Welle und dem Auftauchen einer möglicherweise besonders gefährlichen neuen Virusvariante von weitergehenden Einschränkungen aus. "Tatsächlich ist das Infektionsgeschehen aggressiver als gedacht".
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Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht aufgrund ihrer Aussage zu Booster-Impfungen.
  • VonBedrettin Bölükbasi
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Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat auf Twitter erneut eine Aussage der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht zu Booster-Impfungen attackiert.

München - Der SPD*-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach* und die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht* lieferten sich schon Ende Oktober bei der Talkshow von Anne Will einen Schlagabtausch. Nun etabliert sich wohl Twitter in den letzten Tagen allmählich als eine neue Front zwischen den beiden Politikern.

Zuletzt vor drei Tagen waren sie dort aneinander geraten. Nun folgte eine weitere Reaktion von Lauterbach auf einen Tweet von Sahra Wagenknecht. In diesem Tweet warf die Linken-Politikerin der Bundesregierung vor, für besonders schutzbedürftige Personen nicht rechtzeitig Booster-Impfungen besorgt zu haben.

Corona-Impfungen: Wagenknecht nimmt Bundesregierung ins Visier - „kommt einer unterlassenen Hilfeleistung gleich“

Gegenüber der NZZ kritisierte Wagenknecht das Verhalten der Bundesregierung in Bezug auf Booster-Impfungen für schutzbedürftige Personen. Sie sehe hier ein „katastrophales Versagen“, zitierte die Zeitung. Sie habe darauf verwiesen, „dass sich zunehmend doppelt geimpfte Bürger mit Corona infizieren würden, Symptome hätten und deswegen teilweise auch ins Spital müssten“.

Mit einer besonders scharfen Beschuldigung nahm die Linken-Politikerin offenbar die Bundesregierung ins Visier. „Es kommt dem Straftatbestand einer unterlassenen Hilfeleistung gleich, dass die Bundesregierung seit Sommer von der abnehmenden Effektivität der Impfstoffe wusste, die Menschen darüber aber bis heute kaum aufklärt, sondern mit 2G in einer Scheinsicherheit wiegt, und von einer Pandemie der Ungeimpften schwadroniert, um von ihrem eigenen Versagen abzulenken“, führte Wagenknecht gegenüber der NZZ an.

Lauterbach reagiert und schießt gegen Booster-Statement von Wagenknecht - „völlig absurd“

Der SPD-Gesundheitsexperte reagierte prompt und prangerte die Aussage von Wagenknecht ebenfalls auf Twitter an. Er warf ihr zudem fehlendes wissenschaftliches Wissen vor. Ihr Kommentar sei „völlig absurd“, denn die Linken-Politikerin lehne selbst die mRNA-Impfstoffe ohne wissenschaftliche Kenntnis ab. Doch trotzdem beklage sie „die fehlende Booster-Impfung mit genau diesen Impfstoffen“, so Karl Lauterbach*.

Lauterbach und Wagenknecht: „peinlich, ganz ehrlich“ - Streit bei Anne Will um 2G-Regel

Das jüngste Wortgefecht ist jedoch kein Einzelfall. Schon letzten Donnerstag (25. November) konterte Karl Lauterbach eine weitere Aussage von Sahra Wagenknecht. Die Linken-Politikerin sprach von „vorsichtigen Ungeimpften“, worauf der SPD-Gesundheitsexperte klar feststellte: „Peinlich, ganz ehrlich. Der „vorsichtige Ungeimpfte“ existiert nicht. Wer sich nicht impfen lässt ist grundsätzlich nicht vorsichtig. Er riskiert das Leben anderer Menschen.“

Ende Oktober in der Talksendung „Anne Will“ wurde deutlich, dass die Meinungen der beiden Politiker häufig weit auseinandergehen. Lauterbach forderte in der Sendung die flächendeckende Umsetzung der 2G-Regel in fast allen Lebensbereichen und die Booster-Impfung von bereits Geimpften. Für Ungeimpfte zeigte er kein Verständnis, wobei Wagenknecht kurz vorher öffentlich gemacht hatte, dass sie nicht geimpft ist. Sie hielt Lauterbach daraufhin in der Sendung entgegen, dass die ganze Debatte „moralisch aufgeladen und aufgeheizt“ sei. (bb) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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