Irak: Hochspannung  vor Bekanntgabe des Wahlergebnisses

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Internationale Beobachter von der UN überprüfen mit irakischen Wahlmitarbeitern Stimmzettel in einem Auszählungszentrum in Bagdad .

Bagdad - In Bagdad sind die Nerven vor der Veröffentlichung des Wahlergebnisses zum Zerreißen gespannt. Einige Beobachter befürchten gar, dass der Irak wieder in Gewalt und Chaos versinken könnte.

Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen hat das Bündnis des säkularen Schiiten Ijad Allawi bei der Wahl am 7. März den ersten Platz belegt, gefolgt von der Rechtsstaat-Koalition des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki.

Kamal al-Saadi, der bei der Parlamentswahl auf Al-Malikis Liste kandidiert hatte, sagte am Freitag im staatlichen Fernsehen: “Wir bestehen darauf, dass die Wahlzettel erneut von Hand ausgezählt werden, andernfalls werden wir uns an das Verfassungsgericht wenden.“ Die Wahlkommission, die Al-Malikis Forderung nach einer erneuten Auszählung der Stimmen in der vergangenen Woche abgelehnt hatte, erklärte derweil, sie wolle die Ergebnisse wie geplant am Freitagabend verkünden.

Der im Iran lebende radikale irakische Schiiten-Prediger Muktada al-Sadr kritisierte Al-Maliki und andere Parteien. Diese hatten gedroht, wenn die Stimmen nicht erneut ausgezählt würden, drohe “eine Rückkehr der Gewalt“. Dies sei eine Form von “politischem Terrorismus oder Staatsterrorismus“, erklärte Al-Sadr. Die Anhänger von Al-Sadr waren bei der Wahl zusammen mit einer anderen religiösen Schiiten- Partei angetreten, dem Hohen Rat für die islamische Revolution im Irak. Diese Schiiten-Allianz liegt bislang auf Platz drei.

Allawi, der von 2004 bis 2005 bereits für einige Monate eine Übergangsregierung leitete, hatte sich im Wahlkampf als Nationalist und Modernisierer präsentiert.

dpa

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