Iran: Nächster Schritt im Atomprogramm?

London -`Der Iran steht womöglich kurz vor einem weiteren Schritt zur noch höheren Urananreicherung. Dies würde den Weg zu einer Atombombe verkürzen.

Der Iran könnte nach Auffassung von Diplomaten in Wien in Kürze mit der Installation tausender Uran-Zentrifugen der 4. Generation in der neuen Anreicherungsanlage in der Stadt Fordo beginnen. Die leistungsfähigeren und schnelleren Zentrifugen könnten den Prozess der Urananreicherung deutlich beschleunigen, berichtete die britische BBC am Sonntag unter Berufung auf diplomatische Kreise in Wien.

Die Anlage in Fordo soll bereits seit Januar laufen, allerdings zunächst mit älteren Zentrifugen. Der Westen befürchtet, dass der Iran das in Fordo und einer zweiten, älteren Anlage in der Stadt Natans angereicherte Uran für den Bau einer Atombombe verwenden will. Mit den neuen Zentrifugen wäre die Bereitstellung des dafür notwendigen Urans schneller als bisher möglich. Der Iran selbst behauptet, es sei ausschließlich für zivile Zwecke gedacht.

Offiziell hatte der Iran sein Programm zum Bau von Nuklearwaffen im Jahr 2003 eingestellt. Geheimdienstliche Hinweise auf eine Wiederaufnahme eines systematischen Atomwaffenprogramms gibt es nicht.

Allerdings hat die Atomenergiebehörde Hinweise gesammelt, wonach der Iran zumindest bis 2010 an der Entwicklung einer Atombombe gearbeitet hat. So soll der Iran Sprengkapseln getestet haben, die für eine Atombombe geeignet wären, und ballistische Raketen für Atomsprengsätze vorbereiten. Der Iran bestreitet die Berichte der Atomwächter.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesen

NSU-Prozess: Plädoyer stockt - das ist der Grund
NSU-Prozess: Plädoyer stockt - das ist der Grund
Bundesfinanzminister Schäuble vergleicht die Türkei mit der DDR
Bundesfinanzminister Schäuble vergleicht die Türkei mit der DDR
Trump drängt Senat zu Abstimmung über „Obamacare“
Trump drängt Senat zu Abstimmung über „Obamacare“
Maas: Deutschland braucht mehr Staatsanwälte und Richter
Maas: Deutschland braucht mehr Staatsanwälte und Richter

Kommentare