Fast 50 Tote

Islamisten bekennen sich zu Anschlag in Kenia

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Fast 50 Menschen sind bei dem Anschlag in Kenia gestorben.

Nairobi - Es ist der schlimmste Terrorangriff in Kenia seit dem Sturm auf das Einkaufszentrum Westgate in Nairobi. Fast 50 Menschen sterben im Kugelhagel. Islamisten der Al-Shabaab übernehmen die Verantwortung.

Die Täter kommen in den Abendstunden. Es sind viele, wahrscheinlich mehr als 50. Wie so oft in Afrika schlagen sie während eines wichtigen Fußballspiels zu, das die Bürger des kenianischen Dorfes Mpeketoni in öffentlichen Lokalen verfolgen.

Aber die Angreifer werfen dieses Mal keine Granate in die Menge, bevor sie fliehen. Nein, sie wollen ein großes Blutbad anrichten und schießen wahllos auf die wehrlosen Menschen. Anschließend liefern sie sich stundenlang Gefechte mit der Polizei.

Fast erinnert die Attacke an die Taktik der Terrorgruppe Boko Haram, die in Nigeria aktiv ist und dort häufig Dörfer überfällt. Erst einen Tag später geht beim arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira ein Bekennerschreiben der islamistischen Al-Shabaab-Miliz aus dem benachbarten Somalia ein, die zugleich neuen Aktionen ankündigt. „Die Aussichten auf Frieden und Stabilität in Kenia sind eine ferne Fata Morgana“, heißt es unter anderem.

Zuvor schon hatten die Behörden schon deutlich gemacht, dass sie die islamistische Al-Shabaab-Miliz für verantwortlich halten. Einen Beweis dafür hatten sie aber nicht. Auch der Bekennerbrief half ihnen vorerst nicht weiter.

Nicht ausgeschlossen wurde, dass auch die radikale Separatistengruppe Mombasa Republican Council (MRC) hinter dem Angriff steckt. Deren Mitglieder beklagen, dass die Regierung in Nairobi sich immer mehr Land aneigne, und fordern eine Abspaltung der Küstenregion vom Rest Kenias. Die Gegend rund um Mpeketoni ist besonders umstritten.

Wer auch immer die Bluttat verübt hat. Der Angriff macht erneut deutlich, wie hilflos die Regierung in Nairobi der Gewalt gegenübersteht. „Diese feigen Attacken machen uns nur noch entschlossener in unserem Kampf gegen Terror und Extremismus“, sagte Außenministerin Amina Mohamed. Wie dieser Kampf genau aussehen soll, ließ sie offen.

Seitdem die Al Shabaab im vergangenen September das Einkaufszentrum Westgate in Nairobi gestürmt und 67 Menschen getötet hatte, wurde die Sicherheit zwar in verschiedenen Landesteilen mit der Erhöhung des Polizeiaufgebots und mehr Militärposten an der Grenze zu Somalia verstärkt. In den vergangenen Monaten kam es dennoch zu zahlreichen Anschlägen, vor allem in einem somalisch geprägten Stadtteil Nairobis und an der Küste rund um Mombasa. Dutzende Menschen kamen ums Leben.

„Wenn die Al Shabaab dahintersteckt, dann zeigt das, wie dynamisch die Gruppe aufgestellt ist, denn offenbar kann sie sich den verschiedensten Situationen anpassen - und trotz der erhöhten Sicherheit zuschlagen“, erklärte der Sicherheitsexperte Emmanuel Kisiangani vom Institute of Security Studies in Nairobi.

Eine Parallele zur Boko Haram: Auch Nigerias Regierung wirkt völlig machtlos angesichts der fast täglich neuen Gewaltmeldungen aus den Nordregionen des Landes. Allerdings tritt die Al Shabaab in Kenia mit einer ganz deutlichen Forderung auf: Die Regierung soll ihre Truppen aus Somalia abziehen. Präsident Uhuru Kenyatta lehnt dies kategorisch ab. Seit Jahren kämpfen seine Soldaten im Nachbarland gemeinsam mit Truppen der Afrikanischen Union gegen die Islamisten.

Kenyatta muss schnell reagieren, denn die Gewaltwelle schädigt mittlerweile die Wirtschaft Kenias dramatisch. Der Tourismussektor, der mit Safaris in den Savannen der Nationalparks und Tauchfreuden im Indischen Ozean Geld in die Kassen spült, liegt am Boden. Die Regierung spielt zwar die Gefahr für Urlauber herunter, aber die verschärften Reisehinweise westlicher Länder sprechen eine andere Sprache. Ein begehrtes Reiseziel ist Kenia 2014 nicht mehr.

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