Israel: Gaza-Flotille wird gestoppt

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Palästinensische Kinder rufen bei einer Demonstration nach der Gaza-Hilfsflotte.

Jerusalem - Israel bleibt hart: Eine internationale Flotille mit Hilfsgütern darf den Gazastreifen nicht anlaufen.

Das beschloss der nationale Sicherheitsrat Israels bei einer nächtlichen Sitzung, wie die “Jerusalem Post“ auf ihrer Website am Dienstagmorgen berichtete. Israel sei entschlossen, “die Ankunft der Flotille im Gazastreifen zu verhindern, mit so wenig Reibung wie nur möglich mit den Passagieren dieser Schiffe“, zitierte das Blatt aus einer Mitteilung aus dem Büro von Regierungschef Benjamin Netanjahu. Die Schiffe lagen unterdessen noch in Athen fest.

Kurz zuvor hatte Verteidigungsminister Ehud Barak mitgeteilt, dass die Armee schon entsprechende Anweisungen erhalten habe. “Wir werden sie zunächst warnen, wir werden erklären, wir werden Reibungen möglichst vermeiden, aber letzten Endes kann die Flotille nicht nach Gaza.“ Er forderte die Organisatoren auf, die Pläne aufzugeben. Nach israelischen Medienberichten, basierend auf Angaben aus Regierungskreisen, wurden einige der Aktivisten mit Chemikalien ausgerüstet, mit denen israelische Soldaten am Entern der Schiffe gehindert werden sollten.

Armut und Gewalt: Das ist der Gazastreifen

Das Leben der rund 1,5 Millionen Palästinenser im Gazastreifen ist seit Jahren von Gewalt und sozialer Not bestimmt. Hier erfahren Sie alles über den Gazastreifen: © dpa
Der dicht bevölkerte Küstenstreifen am Mittelmeer grenzt im Norden und Osten an Israel (Foto), im Süden an Ägypten. © dpa
Mit rund 360 Quadratkilometern ist das Gebiet kleiner als das Bundesland Bremen. © dpa
Seit 2007 kontrolliert die radikal- islamische Hamas das Gebiet. © dpa
Wirtschafts- und Verwaltungszentrum ist die Küstenstadt Gaza mit mehr als 400 000 Einwohnern. © dpa
Die meisten Palästinenser im Gazastreifen sind arm. © dpa
Offiziell ist etwa ein Drittel der Bevölkerung arbeitslos. © dpa
Hoffnungslosigkeit herrscht besonders unter Jugendlichen. © dpa
Fast die Hälfte der Einwohner ist jünger als 15 Jahre. © dpa
Im Jahr 1967 besetzte Israel das bis dahin von Ägypten verwaltete Gebiet und begann mit dem Bau jüdischer Siedlungen. © dpa
Im September 2005 zog Jerusalem seine Soldaten ab und räumte die Häuser der Siedler. © dpa
Seitdem kontrolliert Israel die Außengrenzen. © dpa
Im Dezember 2008 startete Israel die dreiwöchige Militäroffensive “Gegossenes Blei“. © dpa
Dabei wurden etwa 1400 Palästinenser getötet. © dpa
Vorausgegangen war ein massiver Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen. Das Foto zeigt einen Angriff auf die Stadt Sderot. © dpa
Israel erklärte den Gazastreifen zum “feindlichen Gebiet“ und sperrte alle Zufahrten zu Lande und zu Wasser, was das Wirtschaftsleben weitgehend zusammenbrechen ließ. © dpa
Bundesregierung, EU und UN fordern aus humanitären Gründen ein Ende der Blockade. © dpa

Vor gut einem Jahr war ein Gaza-Hilfsschiff beim Durchbrechen der israelischen Seeblockade von Soldaten gestürmt worden. Bei der Aktion waren neun Aktivisten getötet worden.

Die acht bis zehn Schiffe der Flotille lagen unterdessen in Athen fest, da sie nach Darstellung der Aktivisten besonders genau kontrolliert wurden. “Wir hoffen, dass dies nur mit dem Wunsch der Behörden zusammenhängt, die Vorschriften einzuhalten“, sagte am Montag Vangelis Pissias, griechisches Mitglied des Organisationskomitees.

Die Organisatoren riefen internationale Organisationen dazu auf, ihre Schiffe zu kontrollieren, damit klar werde, dass sie nur Hilfsgüter und Medikamente transportierten. An Bord gehen wollen auch Parlamentsabgeordnete aus Frankreich, Norwegen, Schweden und Spanien.

dpa

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