Italiener gegen Berlusconi

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Silvio Berlusconi.

Rom - Aus ganz Italien angereiste Gegner von Ministerpräsident Silvio Berlusconi haben am Samstag in Rom den Rücktritt des umstrittenen Regierungschefs gefordert.

Die Großkundgebung war von der Internet-Protest-Bewegung “Popolo Viola“ (Lila Volk) auf die Beine gestellt worden. Sie hatte bereits vor zehn Monaten in Italiens Hauptstadt einen “No-B(erlusconi)-Day“ ausgerufen. Die Polizei gab damals 90 000 Teilnehmer an, die Organisatoren sprachen von einer Million. Wie viele es beim “No-B- Day2“ am Samstag waren, war zunächst unklar.

Mit Spruchbändern wie “Korrupte und Mafiosi, geht zum Teufel“ und “Entlassen wir ihn!“ zog die bunte Truppe aus Gewerkschaftern, Politikern, Künstlern, Journalisten und sonstigen Bürgern von der Piazza della Repubblica zu der Piazza San Giovanni. “Der einzige Unterschied zwischen Berlusconi und Gott ist der, dass Gott nicht glaubt, Berlusconi zu sein“, stand auf einem weiteren Spruchband.

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Die Berlusconi-Gegner werfen dem Chef der Mitte-Rechts-Koalition unter anderem vor, die Verfassung zu unterhöhlen und Gesetze in den Kammern durchzubringen, die vornehmlich dazu dienten, ihn in seinen Korruptionsprozessen vor der Justiz zu schützen. Der 74-jährige Regierungschef hatte in dieser Woche in beiden Kammern ein Vertrauensvotum gewonnen, seine Macht wackelt aber dennoch wegen Abweichlern aus dem eigenen Lager.

Immer wieder macht der Mailänder Milliardär und Medienzar auch mit beleidigenden und ruppigen Sprüchen Schlagzeilen. Beim “Popolo Viola“ laufen Politiker mit, gehören aber nicht zu den offiziellen Sprechern. Kritisiert wurde auf der Kundgebung die “schlafmützige“ linke Opposition. Sie setzt dem Ministerpräsidenten wenig entgegen.

dpa

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