Es ist sein 3. Versuch

Wer ist der Demokrat Joe Biden? Bei den US-Vorwahlen 2020 startet er dritten Versuch

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Joe Biden bei einer Wahlkampfveranstaltung. Er möchte neuer Präsident der Vereinigten Staaten werden. 

Joe Biden will der nächste Präsident der Vereinigten Staaten werden - trotz seiner 76 Jahre kandidiert er zum dritten Mal bei den US-Vorwahlen der Demokraten. 

Der frühere Vizepräsident Joe Biden liegt in den Umfragen zu den Präsidentschaftsbewerbern der Demokraten seit Wochen vorne. In den jüngsten Umfragen liegt Biden laut der Website RealClearPolitics lag er Ende August bei 28,9 Prozent - vor Bernie Sanders und Elizabeth Warren. Kamala Harris und Andrew Yang erreichten demnach weniger als 10 Prozent. Doch wer ist Biden überhaupt? Wir stellen ihn vor.

Joe Biden, Spitzname „Uncle Joe“, ist 76 Jahre alt. Er wuchs im Bundesstaat Pennsylvania auf, einer von Kohle und Schwerindustrie geprägten Gegend. Die Finanznot seiner Eltern und ein Stotterleiden bescherten ihm eine schwierige Kindheit. Als er zehn Jahre alt war, zog er mit seiner Familie nach Delaware um. Diesen Staat repräsentierte er nach Jurastudium und Anwaltstätigkeit ab 1973 im US-Senat - 36 Jahre lang.

US-Vorwahl 2020: Joe Bidens dritter Versuch

Joe Biden war von 2009 bis 2017 Stellvertreter des damaligen US-Präsidenten Barack Obama. Eine Rolle, die er aktiv ausfüllte. Das ganze Land kennt ihn. Vor allem in der Außenpolitik spielte der Vizepräsident eine wichtige Rolle.

Und: Wie Bernie Sanders hat auch Biden zuvor schon erfolglos versucht, sich bei den Vorwahlen seiner Partei für die Präsidentschaftswahl durchzusetzen. Zweimal sogar: bei den Wahlen 1988 und 2008. Beim ersten Mal stolperte er über eine Plagiatsaffäre. Beim zweiten Mal hatte er keine Chance gegen Obama und Clinton. Nach der ersten Vorwahl gab er auf.

Präsidentschaftsbewerber Joe Biden erlebte mehrere Schicksalsschläge

Als Joe Biden 30 Jahre alt war, erreichte ihn eine schreckliche Nachricht. Seine damalige Frau Neilia war mit den drei Kindern in einen schweren Autounfall verwickelt, wie CNN berichtete. Neilia und seine 13 Monate alte Tochter waren sofort tot.

2015 der nächste Schicksalsschlag: Bidens Sohn Beau verstarb mit nur 46 Jahren an einem Hirntumor. Deshalb verzichtete er damals auf einen Präsidentschaftsanlauf. 

Joe Biden: Donald Trump ist für ihn eine „Bedrohung“

Warum will der 76-Jährige Präsident der Vereinigten Staaten werden? Wegen Donald Trump. In einem Webvideo nannte er den Präsidenten eine "Bedrohung" für die Grundwerte der USA. Sollte Trump acht Jahre regieren, "wird er für immer und grundlegend den Charakter dieser Nation verändern", warnte Joe Biden. „Ich kann nicht daneben stehen und das geschehen lassen."

Der frühere Vizepräsident will das Krankenversicherungs-Gesetz Obamacare weiterentwickeln. Es soll eine neue staatliche Versicherung neben privaten Angeboten geben.

Auch Klimaschutz steht in Bidens Programm: Er hatte einen Plan im Volumen von 1,5 Billionen Euro vorgelegt. Damit soll erreicht werden, dass die USA bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden, also das Erdklima nicht mehr belasten. Auf Twitter stellt Biden seine Energie-Revolution vor:

Kritik an Joe Biden: Wegen damaliger Massenabschiebungen unter Druck

Bei der zweiten  Fernsehdebatte der Demokraten in Detroit konfrontierten Bidens Mitbewerber ihn mit dessen Vergangenheit in der Regierung unter Obama. Sie kritisierten unter anderem die damaligen Massenabschiebungen illegal eingewanderter Migranten. Auch bei anderen Themen setzten die Konkurrenten Biden unter Druck. Der Ex-Vize verteidigte Obamas Migrationspolitik insgesamt und versicherte, unter ihm würde es keine Massenabschiebungen geben. 

Übergriffiges Verhalten: Zuletzt stand Joe Biden in den Schlagzeilen

Joe Biden will im Falle seines Wahlsieges die Gleichbehandlung von Homo- und Transsexuellen zu einer Priorität machen. Er wolle sich für die Verabschiedung eines Gleichstellungsgesetzes einsetzen, das Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität verbiete, sagte Biden. „Ich verspreche euch, wenn ich zum Präsidenten gewählt werde, wird es das Erste sein, wofür ich mich einsetze“, sagte er.

Zuletzt geriet Biden aber auf negative Weise in die Schlagzeilen: Mehrere Frauen warfen ihm vor, er habe sich in der Vergangenheit übergriffig verhalten - durch ungebetene körperliche Nähe oder ungewollte Liebkosungen. Biden sah sich am Ende bemüßigt, öffentlich Besserung zu geloben.

US-Vorwahl 2020: Das schreiben andere Medien über Joe Biden

Er hat mehr Erfahrung als viele andere Kandidaten, schreibt die Deutsche Presse-Agentur. Biden inszeniere sich als Mann der Arbeiterschaft, als Anwalt der kleinen Leute. In den vergangenen Wochen sprach Biden bei vielen Gewerkschafter-Treffen. Er verkörpere Vernunft, Stabilität, bedient auch die Sehnsucht einiger nach den Obama-Jahren. Allerdings gehöre er wie Sanders nicht zu den Jüngsten. „Im Grunde will Obamas einstiger Stellvertreter den Status quo vor Trumps Amtsübernahme wiederherstellen“, schreibt die Zeit

Anfang des Jahres war Joe Biden auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Dort beschwor der Demokrat die Allianz mit den europäischen Freunden.

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