Treffen in Paris

EU-Spitze bespricht Jugendarbeitslosigkeit

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Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Hollande beim Gesprächstreffen in Paris.

Paris - Frankreichs Präsident Hollande bespricht bei einem Treffen in Paris mit Kanzlerin Merkel und weiteren EU-Spitzen Maßnahmen gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Europa.

Im Kampf gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit suchen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union nach Wegen aus der Krise. Auf Einladung von Frankreichs Präsident François Hollande berieten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihre Kollegen am Dienstag in Paris mit den Spitzen der EU. Bereits im Juli hatte eine Gipfelrunde in Berlin gemeinsame Aktionen diskutiert.

Ziel der Konferenz war aus französischer Sicht nicht die Suche nach neuen Mitteln. Vielmehr sollte es darum gehen, den politischen Willen zu bekräftigen und Schritte zu konkreten Ergebnissen in den kommenden zwei Jahren sicherzustellen.

In der EU ist knapp jeder vierte junge Mensch ohne Job. Während die Quote in Deutschland bei knapp acht Prozent liegt, sind in Griechenland und Spanien mehr als die Hälfte der bis zu 25-Jährigen arbeitslos. Nach französischer Rechnung sollen bis zum Jahr 2015 insgesamt 45 Milliarden Euro aus europäischen Töpfen im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit eingesetzt werden.

Vor Beginn der Konferenz mahnte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) konkrete Schritte an. „Solche Gipfel dürfen nicht zum Politik-Ersatz werden“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach dem „Tagesspiegel“. Seit dem Jobgipfel in Berlin habe sich die hohe Jugendarbeitslosigkeit als Folge des einseitigen Sparkurses noch verschärft. DGB-Vize Elke Hannack kritisierte in Paris: „Seit Monaten wird diskutiert über Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit - passiert ist nichts.“ Jeder weitere Tag ohne Arbeit sei eine Katastrophe für die Jugendlichen und letztlich auch für Europa.

Barbara Fabian vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Brüssel warnte die EU davor, falsche Erwartungen zu wecken. Sie verwies auf die sogenannten Jugendgarantie, nach der Jugendlichen binnen vier Monaten Ausbildung oder Arbeit angeboten werden soll. „Eine Garantie kann von den betroffenen Krisenstaaten gar nicht erfüllt werden“, erklärte Fabian.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) sagte, es sei „nicht akzeptabel, dass die heutige Generation junger Menschen die erste in Europa ist, die schlechtere Aussichten hat als ihre Eltern“.

dpa

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