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Kabinett beschließt Windenergie in Nordsee

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Kabinett beschließt den Ausbau der Windenergie in der Nordsee. © dpa

Berlin - In seiner letzten Sitzung vor der Bundestagswahl hat das Kabinett den Ausbau von Windenergieanlagen in der Nordsee beschlossen.

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Regierung rechnet mit 40 Windparks auf hoher See

Die Ministerriege unter Leitung von Kanzlerin Angela Merkel stimmte am Mittwoch für eine entsprechende Verordnung. Allein aus der Nordsee sollen den Plänen zufolge künftig 6,8 Millionen Haushalte zusätzlich mit Strom versorgt werden. Im Herbst soll auch für die Ostsee ein Ausbau beschlossen werden - mit dem Potenzial für 1,5 Millionen weitere Haushalte.

Ziel der Regierung ist es, bis 2020 den Anteil der regenerativen Energien an der Stromversorgung auf 30 Prozent zu erhöhen. Allein 15 Prozent des deutschen Stroms sollen dann aus Windkraft erzeugt werden. Heute sind es rund sechs Prozent. Insgesamt will die Bundesregierung in den kommenden Jahren mit 40 sogenannter Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee 30.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Technische Probleme

25 Windparks, 22 in der Nordsee, drei in der Ostsee, sind laut Verkehrsministerium bereits genehmigt. Die Anlagen sollen nach bisherigem Planungsstand in deutschen Gewässern jenseits der Zwölf-Meilen-Küstenlinie entstehen und zusammen mehr als 12.000 Megawatt Windenergie erzeugen. “Damit kommen wir unserem Ziel näher, bis zum Jahr 2030 bis zu 25.000 Megawatt über Offshore zu erbringen“, sagte Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee ( SPD ).

“Mit den Raumordnungsplänen für die Nordsee ernten wir Wind vor unseren Küsten. Atomstrom ist nicht mehr zeitgemäß.“ Der Bau großer Windparks auf See ist bereits seit Jahren in Planung, kam bisher aber kaum voran. Vor allem technische Probleme mit dem Bau der riesigen Anlagen auf hoher See und mit der Anbindung an das Stromnetz lähmen Fortschritte.

NABU warnt

Die Sprecherin des Bundesverbands Windenergie, Claudia Grotz , sagte dem Fernsehsender N24: “Beim Ausbau der Offshore-Windenergie gibt es in Deutschland noch nicht viele Erfahrungen. Es hakt an mehreren Stellen.“ Aus Naturschutzgründen müsse man weit weg vor der Küste Windparks planen, das heiße in 40 Meter tiefen Gewässern.

Der Naturschutzbund (NABU) begrüßte die Entscheidung zum Ausbau der Offshore-Windenergie als “ein eindeutiges Bekenntnis zu den erneuerbaren Energien“. In der Verordnung über die Raumordnung in der Nordsee würden verschiedene Nutzungsinteressen wie Naturschutz, Schifffahrt und Windenergie koordiniert. Allerdings warnte der NABU davor, den Ausbau auf Kosten der Meeresumwelt voranzutreiben.

Kommunen für leistungsstärkere Anlagen

Derweil stellte der Deutsche Städte- und Gemeindebund den Leitfaden “Repowering von Windenergieanlagen“ vor. Damit sollten die Kommunen vor Ort darin unterstützt werden, die Vielzahl der Windenergieanlagen insbesondere durch weniger, aber leistungsstärkere Anlagen zu ersetzen, erklärte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg.

AP

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