Käßmann will nicht nach Afghanistan reisen

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Margot Käßmann

Bochum - Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, fliegt nicht zu den deutschen Soldaten nach Afghanistan. Die Gründe, warum die frühere Bischöfin die Truppen nicht besuchen will:

“Ich habe weder Amt noch Mandat dafür“, sagte Käßmann am Dienstag bei ihrer Vorstellung als Gastprofessorin an der Ruhr-Universität Bochum. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) habe ihr einen Besuch zwar angeboten, sie sehe aber keinen Anlass dafür.

Käßmann sagte, sie wolle sich auf die “Max Imdahl-Gastprofessur“ in Bochum konzentrieren, die sie seit dem 1. Januar für ein Jahr innehat. In ihren Vorlesungen und Seminaren will sich die frühere Bischöfin aktuellen sozialethischen Themen widmen - beispielsweise Sterbehilfe, Präimplantationsdiagnostik oder Hartz IV.

Ihre Antrittsvorlesung steht unter dem Motto “Multikulturelle Gesellschaft - Wurzeln, Abwehr und Visionen“. In die tagesaktuelle Bundespolitik wolle sie sich nicht mehr einmischen. “Ich freue mich auf eine wesentlich ruhigere Phase in meinem Leben.“

Käßmann war im vergangenen Februar nach einer Alkoholfahrt am Steuer ihres Dienstwagens von der EKD-Spitze und als Bischöfin von Hannover zurückgetreten. Danach hatte sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und einen mehrmonatigen Studienaufenthalt in den USA absolviert.

dpa

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