Kampf gegen Hamas

Israel bombardiert weiter Gazastreifen

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Israelische Soldaten feuern eine Rakete auf den Gazastreifen ab.

Jerusalem - Israel und die radikalislamische Hamas im Gazastreifen liefern sich die schwersten Kämpfe seit Jahren. Im Nahen Osten geht die Angst vor einem neuen Krieg um.

Bei einem Raketenangriff vom Gazastreifen auf den Süden Israels sind nach Polizeiangaben drei Israelis getötet worden. Der Angriff habe am Donnerstag ein Wohngebäude getroffen, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld.

Die israelische Luftwaffe hat ihre massiven Luftschläge im Gazastreifen auch in der Nacht zum Donnerstag fortgesetzt. Eine Armeesprecherin sagte, etwa 100 Ziele seien seit Mitternacht angegriffen worden. Die palästinensische Nachrichtenagentur Safa berichtete, seit Beginn der Militäroperation am Mittwoch seien elf Palästinenser getötet und mehr als 100 verletzt worden. Unter den Toten waren den Angaben zufolge auch zwei Kinder und eine schwangere Frau. Israel warf nach Medienberichten Flugblätter über dem Gazastreifen ab, die Zivilisten dazu aufriefen, sich zu ihrem eigenen Schutz von Waffenlagern fernzuhalten.

Hamas-Militärchef getötet

Zum Auftakt der Operation „Säule der Verteidigung“ hatte die israelische Luftwaffe gezielt den Militärchef der radikal-islamischen Hamas, Ahmed al-Dschabari, und seinen Assistenten getötet.

Militante Palästinenser feuerten seit Mittwochabend Dutzende Raketen in Richtung Israel ab. Dort suchten Hunderttausende Menschen Zuflucht in Schutzräumen. Am Donnerstagmorgen heulten in der Hafenstadt Aschdod wieder die Sirenen.

Der militärische Hamas-Arm im Gazastreifen nannte die Tötung von Al-Dschabari eine „Kriegserklärung“ und kündigte massive Rache an. Die israelische Armee bezeichnete Al-Dschabari als „Terroristen Nummer eins“ im Gazastreifen.

Angst vor neuem Krieg

Nach der gezielten Tötung von Hamas-Militärchef Ahmed Dschabari geht im Nahen Osten die Angst vor einem neuen Krieg um. Die israelischen Streitkräfte kündigten an, die Attacke vom Mittwoch sei lediglich der Auftakt für eine größere Militäroperation in den kommenden Tagen. Die radikalislamische Hamas forderte Vergeltung für den Tod ihres Militärchefs. Unterdessen beriet der Weltsicherheitsrat in New York über die Lage im Nahen Osten.

„Israel begeht Kriegsverbrechen gegen das palästinensische Volk“, hieß es in einer Stellungnahme des UN-Gesandten der Palästinenser, Rijad Mansur. „Die internationale Gemeinschaft muss handeln, um Israels illegale Praktiken zu beenden.“

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief beide Seiten zur Ruhe auf und verlangte die Einhaltung des humanitären Völkerrechts. US-Präsident Barack Obama sprach nach den Luftangriffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dem ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi. Dabei habe Obama seine Unterstützung für das Recht Israels auf Selbstverteidigung bekundet, teilte das Weiße Haus am Mittwoch (Ortszeit) mit. Er habe die Regierung in Jerusalem allerdings auch dazu aufgefordert, zivile Opfer bei den Militäroperationen zu vermeiden.

Operation "Säule der Verteidigung": Israel greift Hamas an

Operation "Säule der Verteidigung": Israel greift Hamas an 

Ägypten rief aus Protest gegen die Luftangriffe auf den Gazastreifen am Mittwoch seinen Botschafter aus Israel zurück. Präsidialsprecher Jasser Ali gab die Entscheidung am späten Abend im staatlichen Fernsehen bekannt. Zuvor hatten rund 200 Menschen in der Hauptstadt Kairo gefordert, Präsident Mohammed Mursi solle die israelischen Angriffe öffentlich kritisieren. „Mursi - wo ist deine Entscheidung?“, riefen die Demonstranten. „Unsere Führer, genug der Ruhe. Das Volk von Gaza stirbt.“

dpa

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