Kleidung eines Angeklagten

Kapuzenpulli sorgt bei NSU-Prozess für Ärger

München - Ein schwarzer Kapuzenpullover des mitangeklagten mutmaßlichen NSU-Helfers André E. hat am Mittwoch für Wirbel im NSU-Prozess gesorgt.

Nebenkläger-Anwalt Alexander Hoffmann beantragte, das Kleidungsstück beschlagnahmen zu lassen. Es sei provokativ und bedeute „eine Sympathieerklärung für den bewaffneten Kampf“.

Richter Götzl forderte den Angeklagten auf, sich hinzustellen und das Kleidungsstück vorzuführen. Zu sehen war darauf eine stilisierte Soldatenfigur mit zwei Gewehren. Auf den Ärmeln prangte der Name einer Band mit dem Namen „Satanic Warmaster“. Dabei handelt es sich um eine finnische Gruppe, die ihre Verbindung zur rechtsextremen Musikszene offen einräumt und gemeinsame Alben mit Bands herausbrachte, die sich „Stutthof“, „Gestapo666“ oder „Aryan Blood“ nennen.

Nach einer Verhandlungspause ließ das Gericht E. aus dem Saal führen und von Polizisten fotografieren. Danach wurde die Sitzung fortgesetzt. Der Angeklagte durfte das Kleidungsstück anbehalten.

E. soll bis zum Schluss Kontakt mit dem untergetauchten Trio gehalten und Beate Zschäpe bei ihrer Flucht geholfen haben. Ihm werden Verbindungen zur verbotenen Organisation „Blood & Honour“ und eine führende Rolle in der „Weißen Bruderschaft Erzgebirge“ nachgesagt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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