Karsai will weniger US-Militär in Afghanistan

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Präsident Hamid Karsai

Washington - Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat die USA zu einer deutlichen Einschränkung des Kriegseinsatzes in seinem Land aufgefordert.

“Die Zeit ist gekommen, um die Militäroperationen zu reduzieren“, sagte Karsai in einem Interview mit der “Washington Post“ (Sonntag). Die Bevölkerung in Afghanistan sei mit der massiven Präsenz ausländischer Truppen überfordert und verlange, dass die “Aufdringlichkeit“ der Soldaten im alltäglichen Leben nachlasse.

Karsai betonte, mit seiner Forderung keine Kritik an dem Einsatz der USA üben zu wollen. Jedoch werde sein Volk nach fast zehn Jahren Krieg ungeduldig. Vor allem die nächtlichen Hausdurchsuchungen von ausländische Truppen müssten ein Ende finden, sagte Karsai. “Wenn es Razzien geben muss, dann sollten sie von der afghanischen Regierung nach afghanischem Recht durchgeführt werden.“

Die Operationen in der Nacht sind ein wichtiger Teil der Strategie der US- und Nato-Truppen im Anti-Terror-Kampf. Rund 200 Mal pro Monat fielen sie unangekündigt in afghanische Häuser und Wohnungen ein, um nach Aufständischen zu suchen, schreibt die Zeitung weiter. Allein in den vergangenen drei Monaten seien so 368 Rebellen festgenommen oder getötet worden. Die Zahl dieser Einsätze habe sich in den vergangenen eineinhalb Jahren versechsfacht.

dpa

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