"Das steht ihr nicht zu"

Kein Staatsakt für Helmut Kohl: Brandt-Witwe kritisiert Maike Kohl-Richter

Maike Kohl-Richter mit Helmut Kohl im Jahr 2013. Für den verstorbenen Ex-Kanzler wird es keinen Staatsakt geben.
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Maike Kohl-Richter (r) mit Helmut Kohl im Jahr 2013. Für den verstorbenen Ex-Kanzler wird es keinen Staatsakt geben.

Die Witwe des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt (SPD), Brigitte Seebacher, hat die Witwe von Helmut Kohl (CDU) für ihr Verhalten nach dem Tod des Altkanzlers kritisiert.

Hamburg "Das steht ihr nicht zu", sagte Seebacher dem Hamburger Magazin "Der Spiegel" laut Vorabmeldung zum Nein von Maike Kohl-Richter zu einem deutschen Staatsakt für Kohl. "Wenn der Bundespräsident einen solchen Akt ansetzt, kann sie hingehen oder es bleiben lassen."

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) habe Recht damit, dass die Würdigung einer herausragenden politischen Lebensleistung nicht nur eine Familienangelegenheit sei, sagte Seebacher. Kohl wird am Samstag mit einem europäischen Staatsakt in Straßburg verabschiedet und danach in Speyer beigesetzt. Kohl-Richter wünschte keinen zuätzlichen nationalen Staatsakt. Sohn Walter Kohl hatte dies kritisiert und sich für einen Staatsakt am Brandenburger Tor in Berlin ausgesprochen.

Kohls Papiere "kein Privateigentum"

Auch den Umgang mit Kohls Nachlass monierte die 70-jährige Seebacher, die von 1983 bis zu seinem Tod 1992 mit Brandt verheiratet war. Die Papiere dürften nicht in Kohls Privathaus in Oggersheim bleiben, sie seien "kein Privateigentum". Wer solche Quellen zu Hause bewahre, setze sich dem "Verdacht der Säuberung" aus.

Seebacher forderte, den Zugang zu Kohls Nachlass nach objektiven Kriterien zu gestalten. Die Menschen sollten sich mit Nachreden und mit Ratschlägen an Kohl-Richter zurückhalten. "Mit der einen Ausnahme: Der Nachlass muss aus dem Haus."

Lesen Sie auch: Priester wünscht Kohls Familie bei Totenmesse Versöhnung

AFP

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