Kinderporno-Nutzer über Zahlungen aufspüren

Wiesbaden - Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat angeregt, bei der Bekämpfung der Kinderpornografie im Internet die Zahlungswege der Nutzer stärker in den Blick zu nehmen.

Bei der Debatte um das Sperren oder Löschen von Webseiten komme bislang “zu kurz“, wie man gegen die Nutzer effektiver vorgehen könne, sagte der Minister am Dienstag auf der Herbsttagung des Bundeskriminalamts (BKA) in Wiesbaden. Die Nutzung der Kinderporno-Angebote im Internet sei “ein Milliardengeschäft“, betonte der Minister. Er fragte, ob man nicht “intelligenter“ als bisher die Zahlungswege aufspüren könnte, etwa bei der Nutzung von Kreditkarten.

Verdeckte Ermittler

Zudem sollte nach Ansicht des Ministers überlegt werden, ob man nicht “verdeckte Ermittler im Internet“ einsetzen könnte. Das rechtliche Dilemma bestehe dabei aber darin, dass solche Ermittler sich dann möglicherweise szenetypischer Straftaten schuldig machen müssten. BKA-Präsident Jörg Ziercke nannte einen solchen Einsatz “grenzwertig“.

Auf Fragen zur umstrittenen RTL-2-Sendung “Tatort Internet“ ging der Innenminister nicht näher ein. In dem Format, das unter anderen von Stephanie zu Guttenberg und dem früheren Hamburger Innensenator Udo Nagel präsentiert wird, wird mutmaßlichen Sexualtätern im Netz auf die Spur gegangen.

dapd

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